Der Ehrentag des Emoji: Ein Blick sagt mehr als tausend Worte

Der Ehrentag des Emoji : Ein Blick sagt mehr als tausend Worte

Am morgigen „World Emoji Day“ dreht sich alles um die beliebten Kurznachrichten-Gesichter. Passend dazu haben Forscher jetzt untersucht, wer welche Emojis benutzt und was persönliche Emoji-Vorlieben über die Verfasser verraten.

Wer häufig Emojis in seinen digitalen Mitteilungen nutzt, wirkt sympathischer. Das jedenfalls erklären Wissenschaftler der Hochschule Fresenius (Köln), die dem Phänomen der Internet-Smileys in einer Umfrage nachgegangen sind. Fünf Milliarden solcher Smileys werden nach Angaben der Internetseite worldemojiday.com jeden Tag allein über den Facebook-Messenger versandt. In dieser Woche werden es jedoch mit Sicherheit deutlich mehr werden. Denn der 17. Juli ist der Tag des Emojis. Jeder zweite Instagram-Kommentar enthält laut worldemojiday.com einen der meist fröhlichen Grinseköpfe. In der Regel werden sie von jungen Menschen verwendet. Fast 90 Prozent der Emoji-Absender bei Twitter sind jünger als 24 Jahre, ist dort zu lesen. Als das am häufigsten verwendete Emoji gilt übrigens das Tränen lachende Gesicht.

An der Hochschule Fresenius hat sich die Psychologieprofessorin Wera Aretz in einer aktuellen Umfrage mit 264 Teilnehmern unter anderem mit der Frage auseinandergesetzt, warum Emojis heutzutage so häufig genutzt werden. Insgesamt seien mittlerweile mehr als 2300 Symbole in Gebrauch – und die Zahl steige stetig weiter. Welche Emojis sind besonders beliebt? Nutzen Frauen andere als Männer? Welche Wirkung haben die Piktogramme? Darum ging es in der Umfrage. Jedenfalls seien die Symbole bei Frauen beliebter als bei Männern, so worldemojiday.com. 57 Prozent der Twitter-Nutzer, die darauf setzen, seien weiblich.

Das bestätigen auch die Daten der Kölner Hochschule. Die Umfrage, an der 157 Frauen und 107 Männer teilnahmen, zeichne ein klares Bild: Fast jeder der Befragten verwende die Symbole. Emojis, die für positive Emotionen stehen, wie intensive Freude, ein liebevoller Kuss, Leidenschaft und Liebe, Glück oder Zustimmung, kämen besonders häufig zum Einsatz. Vergleichsweise selten würden Piktogramme genutzt, die Naturereignisse wie Feuer oder Sonne symbolisieren. Nach wie vor erfreue sich der Freude-Emoji mit den Lachtränen der größten Beliebtheit, dicht gefolgt vom Herzkuss-Emoji, dem Herzaugen-Emoji und dem Daumen-hoch-Emoji. Frauen sind emotionaler. Sie drückten Gefühle eher mit diesen Symbolen aus als Männer.

Auch insgesamt verwendeten Frauen weitaus häufiger Emojis als Männer. Frauen hätten auch eher Piktogramme, die Furcht und Trauer, Wut und Ekel, Liebe und Herzlichkeit symbolisieren, in ihre Nachrichten eingebaut. Männer hingegen verwendeten mehr Emojis, die Ironie ausdrücken, und zeigten ihre Zustimmung öfters mit dem Zeichen für „Daumen hoch“.

Wer ein Emoji in seinen Text einsetzt, hat vorher meist selbst eines empfangen, zeigt die Untersuchung der Hochschule Fresenius. Verzichte der Absender eines Textes auf die kleinen Bildchen, tendiere der Empfänger in seinen Antworten auch eher dazu, sie wegzulassen. „Emojis bilden soziale Normen in der Kommunikation, und ihr Einsatz kann als soziale Anpassung verstanden werden“, lautet das Fazit der Forscherin in der nüchternen Sprache der Wissenschaft.

Und wie wirkt nun der Absender einer Textnachricht mit den kleinen Gefühlsverstärkern? Das untersuchten die Kölner Wissenschaftler mit Textnachrichten, die sie mal mit mal ohne Emojis verschickten. Die Empfänger hatten dann die Aufgabe, ein Gefühlsurteil über den Verfasser des Textes abzugeben. Die Antworten seien eindeutig gewesen, berichtet die Kölner Hochschule. „Der Verfasser des Textes mit Emojis wurde als deutlich sympathischer eingeschätzt.“ Wer trotzdem der Internet-Mode nicht folgen möchte und auf die kleinen Bildchen verzichtet, kann sich aber damit trösten, dass Verfasser eines Textes ohne Emojis laut der Hochschule Fresenius als „durchsetzungsstärker und selbstbewusster gilt“.

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