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Die Datenwolken werden dichter

Die Datenwolken werden dichter

Internetnutzer produzieren heutzutage so viele Daten, dass lokale Speichermedien häufig nicht mehr ausreichen. Abhilfe sollen sogenannte Cloud-Services schaffen. Doch ihr Einsatz birgt Risiken.

Die Datenmengen, die Menschen mit ihren Computern und Smartphones ansammeln, werden stetig größer. Reichten vor nicht allzu langer Zeit noch externe Datenspeicher mit wenigen hundert Megabyte Kapazität, verbrauchen Bilder, Videos und Musikdateien heutzutage leicht tausende Gigabyte Festplattenplatz.

Einen Ausweg stellt die Ablage von Daten bei Online-Speicherdiensten dar. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom, bei der 796 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt wurden, greifen mittlerweile 32 Prozent der Deutschen auf Online-Speicher zu. Ein Jahr zuvor war es nur gut ein Viertel.

Die Anbieter dieser Cloud-Dienste (von english: "cloud" für "Wolke") stellen dabei auf ihren Servern Festplattenplatz zur Verfügung, den Privatanwender häufig sogar kostenlos verwenden können. Der Nutzer kann die Daten auf die Cloud-Server hochladen und dann von überall, ob per PC, Tablet oder Smartphone, darauf zugreifen. Auch Funktionen wie die Bearbeitung von Fotos oder Videos sind online in der Cloud möglich. Mittlerweile sind daher die meisten Kameras mit WLAN- oder Bluetooth-Anbindung ausgestattet.

Laut einer Studie der Beratungsfirma Expert-on sind die beliebtesten Cloud-Service-Anbieter in Deutschland Amazon , Microsoft und die Deutsche Telekom, dicht gefolgt von Google und IBM . Die meisten Anbieter stellen für Privatanwender ein bestimmtes Datenvolumen kostenlos zur Verfügung, das sind bei der Telekom zum Beispiel 25 Gigabyte . Für größere Datenmengen fallen dann Kosten an, die sich stark unterscheiden können.

Neben den Kosten ist der Sicherheitsaspekt ein wichtiger Punkt, der den Anbietervergleich lohnend macht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weist darauf hin, dass der Datentransfer stets verschlüsselt sein muss. Da die Verschlüsselungsmaßnahmen nicht ausreichend überprüft werden können, empfiehlt das BSI eine lokale Verschlüsselung. Das bringt dann allerdings Nachteile bei den Synchronisierungsmöglichkeiten zwischen einzelnen Geräten mit sich, da auf jedem Gerät die Verschlüsselungssoftware installiert sein muss. Der Zugang zu den Daten sollte, ähnlich wie beim Online-Banking, möglichst nur über eine Kombination aus Passwort und einem Authentifizierungscode gewährt werden, so das BSI.

Außerdem kann im Zweifel nicht sichergestellt werden, was der Cloud-Anbieter mit den hinterlegten Daten anfängt. Empfohlen werden in erster Linie Anbieter mit Serverstandort in Deutschland, da hier strengere Datenschutzbestimmungen greifen als zum Beispiel in den USA.

"Gerade Googles Geschäftsprinzip basiert darauf, dass die Daten seiner Nutzer das Geschäft sind. Wer nicht möchte, dass seine in die Cloud hochgeladenen Dateien für die Zwecke von Unternehmen verwendet werden, sollte US-Server wegen der in den USA oft sehr laschen Datenschutzbestimmungen von vornherein meiden", sagt Hans-Christian Dirscherl vom Computermagazin PC-Welt.

Hundertprozentige Sicherheit für online gespeicherte Daten besteht allerdings grundsätzlich nie, weswegen wirklich sensible Daten nur auf lokalen Speichermedien ohne ständige Internetverbindung gespeichert werden dürfen. Ein aufsehenerregender Fall ereignete sich im September 2014, als hunderte privater Fotos von amerikanischen Berühmtheiten von Hackern gestohlen und anschließend im Internet veröffentlicht wurden.

Außerdem können technische Probleme der Anbieter dafür sorgen, dass benötigte Daten in wichtigen Momenten nicht zur Verfügung stehen. Und es besteht keine Garantie, dass die Dateien für immer auf den Servern der Anbieter gespeichert bleiben. Sie können, entweder durch Serverabstürze, oder zum Beispiel durch eine Insolvenz des Anbieters, für immer verlorengehen.