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Die Cebit will wieder Leitmesse sein

Hannover. Der Online-Fahrgastvermittler Uber mischt die Taxibranche auf und Fließbänder vernetzen sich mit Bauteilen: Das Digitale scheint derzeit allgegenwärtig. Mit diesem Trend will die Cebit verlorenen Boden gutmachen. Renate Grimming,HeikoLossie,Ralf E. Krüger (dpa)

Die digitale Technik kennt viele Opfer. Die Musik- und Filmbranche hat das Internet in den vergangenen Jahren kräftig aufgemischt. Auch in den Medien und im Einzelhandel hat die digitale Technik tiefe Spuren hinterlassen. Als Nächstes könnte die Versicherungsbranche dran sein, wenn Konkurrenten wie Google sie aufmischen. Oder Autohersteller, wenn Apple tatsächlich ein "iCar" bauen sollte. Für die weltgrößte Computerschau Cebit könnte der Trend zur allumfassenden Digitalisierung dagegen zur Rettung werden, nachdem die Messe seit 2001 stetig an Boden verlor. "Wer heute nicht digitalisiert, kann morgen abgehängt werden", sagte Cebit-Chef Oliver Frese beim Ausblick auf den diesjährigen Branchentreff (16. bis 20. März). Die Macher um Frese bewerben die Messe wieder als die "global wichtigste Veranstaltung der digitalen Welt". Denn von der Digitalisierung sei jeder betroffen. Die Frage sei nur wann, nicht mehr ob Unternehmen ihre Geschäftsmodelle entsprechend anpassen oder neu ausrichten. Mit dem Dreiklang "Information, Innovation und Inspiration" will die Cebit Orientierung bieten, um die richtigen Weichen für die Digitalisierung zu stellen. Dementsprechend gehören die Vernetzung und das Internet der Dinge, von dem radikale Umwälzungen erwartet werden, zu den Topthemen der Computerschau. Künftig sollen Dinge und Waren, mit Sensoren und Funkchips ausgestattet, selbstständig miteinander kommunizieren - egal ob es sich um vernetzte Autos, intelligente Stromnetze oder Anwendungen in der Tele-Medizin handelt.

Herkömmliche Produktionsunternehmen und Handelsketten könnte das komplett umkrempeln. Aber auch ganz neue Service-Leistungen werden dadurch in Zukunft möglich sein.

Die datenhungrigen IT-Anwendungen der Zukunft werden auch leistungsstärkere, schnellere und flexiblere Netze erfordern. Dafür soll die nächste Mobilfunk-Generation 5G sorgen. Im Moment geht es noch darum, die Eckpunkte des Standards festzulegen. Es gibt ein Gerangel zwischen verschiedenen Netzwerk-Ausrüstern und Mobilfunk-Betreibern. Daher dürften die 5G-Konzepte auf der Cebit auch eine Rolle spielen.

Die stetig wachsenden Datenmengen, die durch die Digitalisierung aller Lebensbereiche anfallen, bieten jedoch nicht nur ganz neue Chancen der Datenanalyse , sondern rücken auch das Thema Datensicherheit in den Blickpunkt. Zahlreiche Aussteller werden dazu ihre Lösungen und Produkte auf der Messe zeigen. Auch die Sicherheit von in der Cloud, also in einem externen Rechenzentrum, gespeicherten Daten wird im Mittelpunkt stehen. Als Gastredner zum Thema Daten-Sicherheit kündigten die Cebit-Macher den Computerspezialisten Edward Snowden an. Der Mann, der den Skandal um die NSA-Abhöraffäre ins Rollen brachte, soll sich in einer Live-Schaltung in sein russisches Exil einem Interview stellen.



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Auf einen BlickIn Hannover öffnet von Montag bis Freitag, 16. bis 20. März, die weltgrößte Computermesse Cebit ihre Tore. Mit einem umfangreichen Konferenz- und Vortragsprogramm zu den Trend-Themen der Branche wollen sich die Macher nach eigener Aussage stärker als Business-Messe positionieren.Öffnungszeiten: Täglich von 9 bis 18 Uhr.Eintritt: Ein normales Ticket kostet 55 Euro im Vorverkauf und 60 an der Tageskasse. Dauertickets kosten 105 Euro (110 an der Tageskasse). dpa