Vorsicht ist besser als Nachsicht: Der richtige Schutz fürs Smartphone

Vorsicht ist besser als Nachsicht : Der richtige Schutz fürs Smartphone

Ein Sturz und schon ist das Display zersplittert. Eine Hülle für den digitalen Helfer hätte das verhindern können.

Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und schon ist es passiert. Das brandneue Smartphone ist auf den Asphalt gefallen, das Display komplett zerstört, die Reparatur wird teuer. Eine passende  Schutzhülle für den digitalen Begleiter hätte viel Ärger ersparen können. Im Schnitt gehen ungeschützte Geräte bei einem Sturz doppelt so häufig kaputt wie geschützte. Das geht aus Zahlen des Internet-Dienstleisters Clickrepair hervor, der Daten von rund einer Million Smartphones ausgewertet hat.

Doch Hülle ist nicht gleich Hülle. Für optimalen Schutz sei es wichtig, dass die Hülle passgenau für das jeweilige Smartphone-Modell ist, betont Lisa Hinze vom Telekommunikationsportal „Teltarif.de“. Zudem müssen sich Verbraucher überlegen, was sie aushalten muss: Soll sie vor Kratzern oder vor Witterungseinflüssen schützen? Auch Funktionalität und Alltagstauglichkeit sind wichtig.

Die Optik des Smartphones steht bei sogenannten Bumpern im Vordergrund: Dabei handelt es sich um Rahmen aus gummiartigem Material. Bumper sollen Stürze abfedern und so Schäden verhindern. Da der Rahmen den Sturz meist überstehe, bekomme das Display nicht die volle Wucht des Aufpralls ab, erklärt Hinze. Einen optimalen Schutz bieten Bumper dennoch nicht.

Ebenfalls relativ geringen Schutz bieten Einsteckhüllen aus Filz oder Stoff. „Diese Hüllen schützen das Smartphone vielleicht vor Kratzern auf dem Display, im Falle eines Sturzes sind Schäden aber programmiert“, meint Jannik Degner vom Telekommunikationsportal „Smartphonepiloten.de“.

Hüllen, die nur die Rückseite schützen, nennt man Hardcases. Diese umschließen die Außenkanten des Geräts. Für die Bedienelemente sind Aussparungen vorhanden. Bei Hardcases können Nutzer zwischen vielen Designs und Farben wählen oder sie selber gestalten. „Nachteilig bei diesen Cases ist die Haptik, da die Oberfläche relativ glatt ist“, meint Hinze. „Zudem ist kein Displayschutz gewährleistet.“

Griffiger sind sogenannte Softcases. Diese werden aus biegsamem Material wie Silikon oder Plastik gefertigt. „Softcases sind im Vergleich zu den Hardcases aufgrund des Materials leichter“, sagt Hinze. Die Hülle dürfe aber nicht zu dünn sein, da sich der Druck bei einem Sturz sonst direkt aufs Smartphone übertrage. Allerdings bieten auch diese Hüllen keinen Displayschutz. Bildschirmfolien sind hier eine sinnvolle Ergänzung.

Flip-Cases schützen das Smartphone dagegen von allen Seiten. Denn neben einer Schale, die die komplette Rückseite umfasst, wird das Display unter einem aufklappbaren Deckel geschützt. Dieser kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen und zum Beispiel teilweise transparent sein. Der Nachteil: Die Hülle muss ständig aufgeklappt werden, wenn das Telefon benutzt wird. Wer sein Smartphone häufig benutzt, könnte das lästig finden. Grundsätzlich bieten sie aber einen überzeugenden Schutz und können Reisenden gute Dienste leisten: „Die Hülle kann wie ein Aufsteller genutzt werden, was beispielsweise das Schauen von Filmen erleichtert“, erklärt Hinze. Außerdem bieten manche Hüllen Platz für Kreditkarten.

Noch mehr Schutz gibt es mit Outdoor-Hüllen. „Diese sind für extreme Belastungen und Ansprüche geeignet“, so Hinze. Denn das Smartphone steckt dann in einer wasser- und staubdichten Hülle. Allerdings müssen Nutzer vor dem Kauf testen, ob sich alle Tasten des Smartphones problemlos bedienen lassen.

Wer mit dem Smartphone Unterwasserfotos schießen möchte, ist mit einer wasserfesten Handyhülle gut beraten. „Sie sollte eine hohe Qualität haben, bei den Nahtstellen lückenlos verarbeitet sein und die Verschlüsse sollten fest schließen“, rät Lisa Hinze.

Welche Hülle schützt das Smartphone also am besten? „Für einen idealen Schutz vor Stürzen sind Outdoorhüllen oder Flip-Cases zu empfehlen“, sagt Degner. Wer mehr Wert auf Optik legt, sei mit Displayfolie und Bumper gut beraten.

Hüllen können aber nicht nur vor Schäden schützen: So liegen aktuell Hüllen mit integriertem Akku im Trend, berichtet Degner. Ihren Nutzen beurteilt er eher zurückhaltend. Und einen Nachteil hätten sie auf jeden Fall: „Die Handyhüllen mit integriertem Akku sind deutlich teurer.“

(dpa)
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