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Tipps für Verbraucher
Der richtige Router für alle Lebenslagen

Wer kabellos surfen möchte, muss sich vor Vertragsabschluss erkundigen, ob der mitgelieferte Router WLAN unterstützt.
Wer kabellos surfen möchte, muss sich vor Vertragsabschluss erkundigen, ob der mitgelieferte Router WLAN unterstützt. FOTO: Monique Wüstenhagen / dpa-tmn
Berlin. Internetanbieter stellen meist für jeden Anschluss einen Router zur Verfügung. Doch diese Mietgeräte lassen häufig Wünsche offen. Von Thomas Schörner (dpa)

Ein Router verbindet die Geräte im Heimnetzwerk untereinander und mit dem Internet. Er baut also DSL- und WLAN-Verbindung auf und ist damit entscheidend für die Übertragungsgeschwindigkeit. Die meisten Internetanbieter (Provider) vermieten zum neuen Anschluss einen passenden Router. Seit rund einem Jahr gilt aber die sogenannte Router-Freiheit. Diese besagt, dass sich Kunden auch selbst einen Router kaufen können und Provider nicht mehr vorschreiben dürfen, welches Gerät genutzt werden muss. Das war in der Vergangenheit vor allem bei Firmen, die Internet über das Kabelnetz anbieten, der Fall. Auch sie müssen inzwischen alle nötigen Zugangsdaten für die Verwendung eines anderen Routers bereitstellen.



Welche Geräte für den jeweiligen Anschluss geeignet sind, erfahren Kunden vom Betreiber. Dafür lohnt ein Blick in den eigenen Vertrag, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oder ein Anruf bei der Kundenhotline.

Manche Anbieter stellen ihren Kunden die Daten unaufgefordert bereit. Bei anderen müssen Nutzer zunächst anrufen und ihren Router anmelden. Vodafone bietet die Aktivierung des Routers beispielsweise auch online an. Die nötigen Informationen finden Verbraucher dann im Kundenforum.



Vor dem Kauf eines neuen Routers müssen sich Nutzer einige Fragen stellen. Wie weit muss das WLAN reichen? Wollen mehrere Familienmitglieder gleichzeitig Videos aus dem Internet wiedergeben? Worauf lege ich Wert beim Telefonieren? Im Zweifel kann auch eine Beratung im Fachgeschäft weiterhelfen.

In jedem Fall sollte der Router WLAN unterstützen. Zudem sollte das Gerät bestimmte Frequenz-Standards erfüllen, erklärt Thorsten Neuhetzki von Online-Portal teltarif.de. Wichtig sei, dass der Router WLAN-Dualband unterstütze, also auf den Frequenzen 2,4 und fünf Gigahertz (GHz) sende, und die schnelle Übertragung „WLAN AC“ verwende, so der Experte. Die beiden Funkfrequenzen haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. 2,4 GHz besitzt eine größere Reichweite, fünf GHz ist schneller. Dualband verbindet beide Vorteile.

Praktisch ist auch die Möglichkeit, USB-Sticks oder Netzwerk-Festplatten anzuschließen. Manche Router unterstützen auch vernetzte Geräte wie „intelligente“ Heizungsthermostate, die per App bedient werden können. Es gebe auch Zusatzfunktionen zum Telefonieren, sagt Robert Spanheimer vom Branchenverband Bitkom. „Einige Geräte bieten etwa einen Anrufbeantworter oder unterstützen schnurlose Telefone.“ Wer Extrawünsche habe, müsse aber in der Regel auch mehr bezahlen.

Thorsten Neuhetzki rät bei einfachen Mietgeräten, die bei Vertragsabschluss mitgeliefert werden, zur Vorsicht. „Kunden sollten in jedem Fall überprüfen, ob das Gerät über WLAN verfügt“, sagt er. Bei manchen Anbietern sei das nicht der Fall, für WLAN bräuchten Kunden dann noch ein zusätzliches Gerät. Laut Robert Spanheimer sind die Mietgeräte für Durchschnittsnutzer ansonsten empfehlenswert. Es komme aber darauf an, für welche Anwendungen der Router benötigt werde, so der Bitkom-Experte.

Die Stiftung Warentest hat zwölf aktuelle Router getestet, darunter vier mitgelieferte Providergeräte. Nur ein Mietrouter, der Homeserver Speed von 1&1 zum monatlichen Mietpreis von fünf Euro, schnitt dabei gut ab. Test-Sieger waren Router aus dem Handel. Für DSL-Kunden die Fritzbox 7580 für 290 Euro und die Fritzbox 6490 Cable für 195 Euro für Kabel-Kunden. Wer keine Zusatzfunktionen brauche, für den seien die Mietgeräte allerdings ausreichend, so die Tester. Ein Vorteil für Nutzer von Mietroutern sei, dass der Provider bei Defekten für Ersatz sorgen müsse.

Wer Geld sparen möchte, findet auch Angebote für gebrauchte Router. Doch dabei ist Vorsicht geboten. „Gebrauchte Kabelrouter können ein Problem sein, wenn die MAC-Adresse noch beim Anbieter für den alten Kunden hinterlegt ist“, sagt Thorsten Neuhetzki. Über diese Adresse wird beispielsweise der Standort des Routers bestimmt. Ist sie falsch, können etwa Apps, die das örtliche Wetter anzeigen, nicht mehr funktionieren. Zudem sind laut Neuhetzki Sicherheitsstandards auf einem älteren Gerät oft nicht mehr aktuell. Da beim Kauf von gebrauchten Routern außerdem kein Anspruch auf Garantie bestünde, seien höchstens sehr günstige Angebote zu empfehlen.