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Der leuchtende Globus

Dieses aus mehreren Satellitenaufnahmen zusammengesetzte Bild zeigt die illuminierte Nachtseite der Erde mit Europa, Afrika und dem Mittleren Osten. Foto: Nasa/Noaa
Dieses aus mehreren Satellitenaufnahmen zusammengesetzte Bild zeigt die illuminierte Nachtseite der Erde mit Europa, Afrika und dem Mittleren Osten. Foto: Nasa/Noaa FOTO: Nasa/Noaa
Etwa ein Fünftel des globalen Stromverbrauchs entfällt auf künstliches Licht. In den dicht besiedelten Regionen ist die nächtliche Illumination mittlerweile so stark, dass Wissenschaftler von Lichtverschmutzung reden. Nico Pointner

Potsdam. Auch nachts sind viele Regionen der Erde hell erleuchtet, zeigen Satellitenaufnahmen. In den dicht besiedelten Regionen der Erde ist das künstliche Licht so intensiv, dass die sogenannte Lichtverschmutzung zum Problem zu werden droht.

Astronomen klagen, dass ihre Beobachtungen durch den nächtlichen Widerschein der Straßenbeleuchtung gestört werden, Biologen fürchten Auswirkungen auf nachtaktive Lebewesen. In Europas Hauptstädten sind es oft große Sportstadien und belebte Innenstädte, die die Nacht zum Tag machen. In Ballungsgebieten der Entwicklungsländer sind meist Flug- und Seehäfen die hellsten Orte. Wenn die Beleuchtung effektiver wird, ließe sich viel Energie sparen, so das deutsche Geoforschungszentrum in Potsdam.

Ein Fünftel des globalen Stromverbrauchs entfällt nach Angaben der Internationalen Energieagentur auf künstliches Licht. Die Beleuchtung macht nachts einen beträchtlichen, allerdings nicht genau bezifferten Anteil des Energieverbrauchs aus. Wie unser Globus nachts strahlt, zeigt die US-Raumfahrtorganisation Nasa unter anderem in ihrem Internetportal "Earth Observatory".

Forscher des deutschen Geoforschungszentrums haben nun errechnet, wie stark der Anteil Deutschlands an dieser nächtlichen Illumination ist. Sie kommen zum Ergebnis, dass der Osten Deutschlands pro Einwohner gerechnet heller als der Westen strahlt. Allerdings sei die Leuchtkraft der Ballungszentren Deutschlands insgesamt viel geringer als die von Städten vergleichbarer Größe der USA. Erstaunlicherweise nehme die Lichtemission pro Einwohner in amerikanischen Städten mit der Bevölkerungsdichte zu, während für deutsche Städte der umgekehrte Trend gilt. Wissenschaftler des Forschungsverbunds Berlin untersuchen mittlerweile die Lichtverschmutzung genauer. Sie haben eine Smartphone-App entwickelt, mit der Besitzer eines Mobiltelefons mit eingebauter Kamera an dieser Messkampagne teilnehmen können.

verlustdernacht.de