Der Bund fürs Leben erhöht den Bauchumfang

Der Bund fürs Leben erhöht den Bauchumfang

Die Ehe ist gut fürs Herz – aber schlecht für den Leibesumfang, zeigt eine deutsch-schweizerische Untersuchung. Offenbar werden viele Menschen, die in festen Partnerschaften leben, zu Sportmuffeln.

Die Liebe ist gut fürs Herz, hat eine dänische Untersuchung schon vor einigen Jahren ergeben. Alleinlebende, so zeigte die Studie, bei der Daten von Einwohnern der Stadt Aarhus ausgewertet wurden, haben ein vierfach erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod. Denn sie rauchen häufiger und trinken öfter Alkohol. Auch gingen Singles seltener zum Arzt. Doch auch die Ehe hat Nebenwirkungen, die Gesundheitsforschern Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Wer in einer festen Partnerschaft lebt, ist dicker als der Durchschnitt, berichten Forscher der Uni Basel und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung (Berlin ).

Studie in neun EU-Ländern

Sie verglichen den BMI verheirateter Paare mit dem von Alleinstehenden in neun EU-Ländern. Die Forscher nutzten dabei Daten von über 10 200 Einwohnern. Dabei hätten sich "länderübergreifend erstaunlich wenige Unterschiede" ergeben, fasst das Max-Planck-Institut das Ergebnis zusammen.

Als normal gilt nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation ein Body-Mass-Index (BMI) zwischen 18,5 und 25. Bei Übergewichtigen kann der BMI bis zu 30 reichen, bei noch höheren Werten sprechen die Ärzte von Adipositas oder Fettleibigkeit. Der durchschnittliche Body-Mass-Index alleinstehender Männer habe in der Studie bei 25,7 und bei verheirateten bei 26,3 gelegen. Weibliche Singles hatten im Schnitt einen BMI von 25,1, verheiratete Frauen von 25,6. Die auf den ersten Blick geringen Unterschiede machen bei einer Durchschnittsfrau von 1,65 Meter Größe oder dem durchschnittlich 1,80 Meter großen Mann zwei Kilo aus.

Die Daten ließen darauf schließen, dass sich vor allem Männer in einer Partnerschaft bewusster und gesünder ernähren, erklärt Jutta Mata von der Uni Basel. Doch leider werden sie zu Sportmuffeln. "Schaut man auf den Body-Mass-Index , sind Paare somit nicht in jeder Hinsicht gesünder, wie bisher angenommen", so Jutta Mata.

Mehr von Saarbrücker Zeitung