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Dem Nahen Osten droht der Klimakollaps

Dem Nahen Osten droht der Klimakollaps

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie und des Cyprus-Institute in Nikosia warnen vor einer Flüchtlingswelle aus dem Nahen Osten zur Mitte des Jahrhunderts. Ihr Auslöser werde der Klimawandel sein.

In den kommenden 40 Jahren könnte es im Nahen Osten und in Nordafrika so heiß werden, dass Menschen dort in vielen Gegenden nicht mehr leben könnten. Der Versuch, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, werde nicht ausreichen, diese Entwicklung zu verhindern.

Die Computersimulationen der Forscher, die sich auf Wetterdaten der Jahre 1986 bis 2005 stützen, sagen den stärksten Temperaturanstieg in den ohnehin heißen Sommermonaten voraus. Das liege daran, dass heiße Luftmassen über den Wüsten nicht durch die Verdunstung von Wasser gekühlt werden können. Südlich des Mittelmeeres könnten zur Mitte des Jahrhunderts an besonders heißen Sommertagen tagsüber über 46 Grad Celsius erreicht werden. Nachts falle die Temperatur dann nicht unter 30 Grad. Beziehe man die steigende Luftverschmutzung durch Wüstenstaub mit ein, "könnte sich das Klima in weiten Teilen des Orients so verändern, dass es geradezu lebensfeindlich wird", erklärt Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie und Professor am Cyprus-Institute. In der Region leben über 500 Millionen Menschen.