1. Leben
  2. Internet

Debatte zur Gesichtserkennung: Polizei speichert 5,8 Millionen Fotos

Debatte über Gesichtserkennung : Polizei speichert Millionen Fotos zur Gesichtserkennung

Für Anfragen durch Polizeibehörden und den Zoll stehen in den Datenbanken der deutschen Sicherheitsbehörden aktuell mehr als 5,8 Millionen Porträts zur Verfügung. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des europapolitischen Sprechers der Linken-Fraktion, Andrej Hunko, hervor.

In der zentralen Polizeidatenbank werden zeitlich begrenzt Informationen zu Gefangenen und zu Menschen gespeichert, die zur Fahndung ausgeschrieben wurden. Die Zahl der Bilder ist in dreieinhalb Jahren um rund eine Million gestiegen. Im Mai 2016 waren erst rund 4,9 Millionen Lichtbilder von 3,3 Millionen Menschen eingestellt. „Das BKA muss diesen Zuwachs erklären“, fordert Hunko. Der zunehmende Einsatz von Software zur massenhaften Verarbeitung von Informationen habe zu einem regelrechten „Datenhunger“ geführt.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will vorerst auf den Einsatz von Software zur automatischen Gesichtserkennung verzichten. Er ließ einen Passus zur Verwendung solcher Systeme an Bahnhöfen und Flughäfen aus einem internen Entwurf für das neue Bundespolizeigesetz streichen.

(dpa)