Datenschutz-Klage gegen Facebook vor Bundesgerichtshof

Wegen Datenschutzbedenken : Datenleck bei Facebook betrifft Fotos der Nutzer

Durch eine Datenpanne bei Facebook haben Hunderte Dritt-Anwendungen im September mehrere Tage lang unberechtigten Zugriff auf Fotos von mehreren Millionen Mitgliedern des Online-Netzwerks gehabt.

Dazu hätten auch Bilder gehört, die Nutzer zwar auf Facebook-Server hochgeladen, aber nicht veröffentlicht haben, wie Facebook mitteilte. Außerdem betroffen seien Fotos aus der Handelsplattform Marketplace sowie den Facebook Stories, in denen Nutzer Bilder und Videos für einen Tag für ihre Freunde veröffentlichen können. Die Anwendungen hätten gemäß den erteilten Freigaben eigentlich nur Zugriff auf die Bilder haben dürfen, die Nutzer auf ihren Profilen geteilt hatten.

Nach aktuellen Schätzungen könnten bis zu 6,8 Millionen der insgesamt mehr als zwei Milliarden Nutzer betroffen sein. Zugang zu den Fotos könnten bis zu 1500 Anwendungen gehabt haben. Voraussetzung dafür sei gewesen, dass sich Nutzer bei diesen Apps via Facebook angemeldet und ihnen Zugriff auf die Profil-Bilder gewährt hätten. Die betroffenen Facebook-Mitglieder sollen nun informiert werden.

Unter den Betroffenen befänden sich auch Nutzer aus der Europäischen Union, erklärte Facebook, ohne Zahlen zu nennen. Die Behörden seien gemäß der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) fristgerecht unterrichtet worden. Die DSGVO schreibt vor, Vorfälle mit personenbezogenen Daten binnen 72 Stunden an Behörden zu melden. Bei Verstößen können hohe Strafen verhängt werden.

Aktuell verhandelt der Bundesgerichtshof bereits eine Datenschutz-Klage der Verbraucherzentralen gegen das soziale Netzwerk. Die Verbraucherschützer werfen Facebook vor, Drittanbietern von Spiele-Apps zu viele Zugriffsrechte auf Nutzerprofile eingeräumt zu haben.

(dpa)
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