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Analyse der Telekommunikationsbranche
Mobile Datendienste sind erstmals wichtigste Einnahmequelle

Berlin. Auf dem deutschen Mobilfunkmarkt machen die diesjährigen Einnahmen mit Datendiensten erstmals mehr als die Hälfte des Umsatzes aus. Das ergab eine Analyse der Unternehmensberatung Dialog Consult. Von dpa

Demnach werden 2018 mit mobilen Daten 14,1 Milliarden Euro umgesetzt, was einem Anteil von 53 Prozent entspricht. Die restlichen Einnahmen erwirtschaften die Anbieter über das Telefonieren, die Finanzierung von Endgeräten sowie mit zusätzlichen Inhalten und Diensten wie der Nummernauskunft.


Insgesamt entwickle sich der deutsche Telekommunikationsmarkt – ob mobil oder im Festnetz – in diesem Jahr stabil. Laut der Studie beträgt der Branchenumsatz voraussichtlich 59,4 Milliarden Euro (2017: 59,3 Milliarden). Mit 32,8 Milliarden Euro entfalle der größte Anteil (55,2 Prozent) weiterhin auf das Festnetz. Im Bereich Mobilfunk seien es voraussichtlich 26,6 Milliarden Euro.

Der Platzhirsch Deutsche Telekom werde einen geschätzten Erlös von 21,8 Milliarden Euro erreichen, also ein halbes Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz der Wettbewerber bleibe mit 31,9 Milliarden Euro nahezu konstant. Die Kabelnetzbetreiber legen laut der Untersuchung um 3,6 Prozent zu und kommen voraussichtlich auf Einnahmen von 5,7 Milliarden Euro.



Auch dieses Jahr setze sich ein Trend fort: Die Zahl der Gesprächsminuten gehe weiter zurück. Den Angaben Dialog Consults zufolge telefonierten die Deutschen dieses Jahr jeden Tag insgesamt 896 Millionen Minuten. Das bedeute einen Rückgang von gut 7 Prozent im Vergleich zu 2012 – und das obwohl immer mehr Menschen über Flatrate-Tarife verfügten. „Ein Grund dafür ist, dass Telefonate zunehmend durch Text-Mitteilungen ersetzt werden“, sagt Studienautor Thorsten Gerpott von der Universität Duisburg-Essen.

Die Zahl der Breitbandanschlüsse steigt der Studie nach um rund 1,1 Millionen auf 34,3 Millionen, was ein Wachstum um 3 Prozent bedeutet. Bis Jahresende soll es zudem 3,4 Millionen Haushalte mit Anschluss an das Glasfasernetz geben, was einem Zuwachs von 18 Prozent zum Vorjahr entspreche. Diese besonders schnelle Internetverbindung würde indes nur von einem knappen Drittel der Kunden genutzt, für die Glasfaser verfügbar ist.