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Daten sind der neue Online-Schatz

Hannover. Big Data, große Datenmengen aus dem digitalen Alltag, gelten als das Gold der IT-Branche. An intelligenten Werkzeugen, um aus der Datenflut sinnvolle Dinge herauszufiltern, wird an vielen Stellen gearbeitet. Dpa-Mitarbeiterinrenate Grimming

Big Data ist eines der großen Trendthemen der Cebit in Hannover - und ein magisches Wort für viele Unternehmen. Denn sie gehen davon aus, dass mit der Analyse der Datenberge, die aus der digitalen Lebenswelt entstehen, ganz neue Geschäftskonzepte und Wertschöpfungsketten entstehen können. So könnten etwa Bewegungsdaten von Mobilfunk-Nutzern auch dem öffentlichen Nahverkehr helfen, die Züge besser auszulasten. Das Nürnberger Unternehmen VAG greift dafür aktuell bereits auf Daten der Deutschen Telekom zu.

Lange wurden Daten nur gesammelt. Ihre intelligente Auswertung stellt die IT-Branche nun vor neue Herausforderungen. Der amerikanische IBM-Konzern zählt sich zu den führenden Unternehmen, wenn es darum geht, große Datenmengen zu analysieren und neue Dienstleistungen zu generieren. In mehr als 100 Bereichen will das Unternehmen nun auch die tägliche Informationsflut auf Twitter mit eigenen Analysewerkzeugen auswerten. Erste Anwendungen für Unternehmens-Kunden wie etwa Banken, Einzelhändler oder Tourismusunternehmen stellte IBM gerade auf der Cebit in Hannover vor. Unternehmen soll es zum Beispiel möglich sein, herauszufinden, welchen Ruf sie bei ihren Kunden genießen. Täglich würden eine halbe Milliarde Tweets über den Kurznachrichtendienst Twitter abgesetzt, sagte Alistair Rennie, Manager bei IBM Analytics Solutions.

Das Fundament der neuen Anwendungen liefert IBMs Supercomputer Watson. Watson rechnet nicht nur äußerst schnell und kann Millionen von Dokumenten in Sekundenbruchteilen filtern. Das System lernt auch mit seinen Aufgaben und soll inhaltliche Zusammenhänge erkennen und bewerten können - eine Grundvoraussetzung für Künstliche Intelligenz und die Analyse von unstrukturierten Daten. Für viele Experten ein Glücksgriff: Zwei große Krankenhäuser in Thailand und Südafrika hatten bereits angekündigt, mit Watson Patientenakten zu analysieren und mit den Erkenntnissen die Krebsforschung voranbringen zu wollen. Auch Finanzinvestoren setzen Analysewerkzeuge ein, die aus Datenströmen sinnvolle Parameter für die richtigen Anlagen ableiten.


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Auf einen BlickBig Data - hinter diesem Schlagwort stecken komplexe Datenmassen, die wirtschaftlich ausgewertet und genutzt werden. Vor allem unstrukturierte Daten, die zum Beispiel aus sozialen Online-Netzwerken wie Facebook oder Twitter stammen, machen einen Großteil der digitalen Datenflut aus. Auch Daten aus der Nutzung von Mobiltelefonen oder intelligenten Steuerungen im Heimbereich zählen dazu. em