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Dateien nur in den Papierkorb schieben, reicht zum löschen nicht aus.

Festplatten löschen : Wie Festplatten richtig gelöscht werden

Speichermedien müssen vor einem Verkauf bereinigt werden. Es reicht jedoch nicht, Dateien in den Papierkorb zu verschieben.

In die Jahre gekommene Smartphones, Laptops oder Festplatten werden von vielen Besitzern aussortiert und weiterverkauft. Mehr als die Hälfte der Deutschen hat einer Umfrage des Sicherheitsunternehmens Kaspersky zufolge bereits gebrauchte Geräte verkauft oder erworben. Danach tauchten jedoch häufig Daten des Vorbesitzers auf den Geräten auf, berichtet die Hälfte der Käufer.

Laut Kaspersky fänden Käufer persönliche Informationen wie Konto- und Zugangsdaten zum Online-Banking oder Fotos von Ausweisen oder Kreditkarten. Auch pornografische oder gewaltverherrlichende Fotos und Videos gehörten zu den Fundstücken.

Bei einer Stichprobe des Sicherheitsunternehmens wurden auf 90 Prozent der 185 gekauften Geräte noch alte Daten der Vorbesitzer entdeckt. 90 Prozent der gefundenen Informationen konnten die IT-Spezialisten auch einsehen – davon sogar 16,4 Prozent ohne eine Wiederherstellung durchzuführen.

Die Hälfte der Befragten, die Geräte verkauften, gab in der Umfrage an, dass sie wüssten, wie Daten vollständig von einem Speichermedium gelöscht werden. 39,8 Prozent davon erklärten, dass sie ihre Geräte vor einem Verkauf auf Werkseinstellungen zurücksetzten. Das entferne jedoch nicht alle Daten, warnt Kaspersky. Nur zehn Prozent erklärten, dass sie spezielle Programme zur Entfernung der Daten nutzten. Vier von zehn Personen gaben an, ein Gerät nicht zu verkaufen, weil sie persönliche Informationen nicht löschen können.

Doch wie können Besitzer von Speichermedien ihre Daten vollständig löschen? Informationen auf Festplatten können mit spezieller Software entfernt werden, erklärt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Programme überschrieben die Daten mit vorgegebenen Zeichen oder Zufallszahlen, sodass sie nicht wiederhergestellt werden können. „Windows überschreibt beim langsamen Formatieren eine Partition komplett mit Nullen“, berichtet die Behörde. Bei älteren Festplatten, die weniger als 80 Gigabyte Speicher umfassen, empfiehlt das BSI, die Daten siebenfach zu überschreiben. Die IT-Spezialisten raten, Programme zum Überschreiben der Festplatten zu verwenden, die zum Beispiel von einer CD oder USB-Stick gestartet werden und die Festplatten dann im Ganzen überschreiben. Vor allem bei SSD und SSHD-Festplatten werde ein Löschbefehl empfohlen, der eine herstellerspezifische Routine der Festplatte anstößt, welche die Festplatte inklusive defekter Speicherbereiche lösche. Die Anleitung dazu gibt das Computerportal heise.de.

Bei Smartphones sollten Daten zunächst verschlüsselt werden, bevor das Gerät auf Werkseinstellungen zurückgesetzt wird, erklärt das BSI. Damit sei es kaum mehr möglich, Daten zu rekonstruieren. Bei älteren Smartphones, die eine Verschlüsselung nicht unterstützen, müsse der Speicher überschrieben werden, dazu gebe es in den Appstores mittlerweile sogenannte Shredder Apps. Oder der Besitzer kopiere große Dateien mit unkritischen Inhalten auf das Gerät. Anschließend werde das ältere Smartphone auf Werkseinstellungen zurückgesetzt. „Mit dieser Funktion werden alle Nutzerdaten und Apps vom Gerät gelöscht“, erklärt das BSI.

www.bsi-fuer-buerger.de

www.heise.de