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Das Smartphone wird zum Notizbuch

Das Smartphone wird zum Notizbuch

Der gute, alte Notizzettel hat ausgedient. Smartphones ersetzen Stift und Papier. Als Notizbuch haben die Geräte einige Vorteile. Doch sollten Nutzer auf den digitalen Zetteln niemals vertrauliche Daten wie Kennwörter niederschreiben.

Unterwegs einen Gedanken festhalten? Eine Skizze zeichnen? Eine Aufgabenliste schreiben? Früher wurde dafür ein Notizbuch hervorgekramt. Heute zücken viele ihr Smartphone. Die meisten haben es ohnehin immer griffbereit. Zudem überzeugen digitale Notizbücher mit Funktionen, die dem Papier überlegen sind.

Große Auswahl an Anbietern

Fast jedes Smartphone kann als Notizbuch genutzt werden, sagt Inge Schwabe, Autorin der Fachzeitschrift "Connect". Die meisten aktuellen Geräte haben entsprechende Anwendungen bereits installiert. Wem die nicht reichen, wird in den App-Stores fündig.

Zu den bekanntesten Notiz-Apps zählen Evernote und Microsofts OneNote. Daneben gibt es Anwendungen wie Simplenote, die Android-App ColorNote, Google Notizen, Wunderlist oder iCloud Notizen für iOS-Geräte. Die meisten Apps sind kostenlos. Teils gibt es gegen einen geringen Betrag zusätzliche Funktionen. "Notiz-Apps gehen über den klassischen Notizzettel hinaus und erleichtern vor allem die Organisation", sagt Jan Kluczniok, vom Onlinemagazin netzwelt.de. Die unsortierte Zettelwirtschaft werde schnell chaotisch. "Die Apps dagegen ermöglichen, Notizen zum Beispiel mit Schlagwörtern zu versehen." So lassen sich die Aufzeichnungen digital sortieren und durchsuchen.

Zu den Notizen lassen sich zudem Sprachaufnahmen, Videos und Fotos hinzufügen. Wer einen passenden Link im Netz findet, kann ihn mit abspeichern. Der Notizblock werde auf diese Weise multimedial, sagt Kluczniok. Einige Apps können auch an dringende Erledigungen erinnern.

Bei vielen Notiz-Apps wie etwa Evernote und OneNote gibt es auch einen Zeichenmodus. Mit diesem können Nutzer Skizzen anfertigen und dazu Text eingeben. Die Handschrift werde meist in ihrer Originalform gespeichert, sagt Inge Schwabe. Bei einigen Programmen lasse sich die Handschrift auch in gängige Computer-Schriftarten umwandeln.

Generell lassen sich Notizen entweder mit dem Finger eingeben oder mit einem speziellen Stift. Solche Stifte sind laut Kluczniok insbesondere zum Zeichnen geeignet. Es gebe einfache Stifte mit einer Gummikappe. Stifte, die eine dünnere Spitze haben und ein angenehmeres Schreibgefühl bieten, seien teurer.

Für Nutzer, die viel notieren, dürften Smartphones interessant sein, bei denen der Stift gleich mitgeliefert wird. "Im Gegensatz zu Tablets sind das aber nur wenige Modelle", sagt Schwabe. Dazu gehören das LG Stylus 2 und das Samsung Galaxy Note. Von Letzterem gibt es in Deutschland nach dem Rückruf des Galaxy Note 7 derzeit nur die älteren Modelle Galaxy Note 4 und das Note Edge mit gebogenem Display. Stift und Display seien bei diesen Modellen perfekt aufeinander abgestimmt und geben die handschriftlichen Eingaben sehr gut wieder, sagt Schwabe.

Ziel von Hackern

Bei vielen Apps können die eingegebenen Notizen synchronisiert werden. Für die Anwendungen Evernote und OneNote zum Beispiel gebe es für nahezu alle Geräte Übertragungsmöglichkeiten, sagt Inge Schwabe. Die Notizen können so auf dem Smartphone, Tablet und PC abgerufen werden.

Nutzer müssen aber bedenken, dass ihre Aufzeichnungen durch die Synchronisation auf Onlinespeichern abgelegt werden, sagt Timm Luther vom IT-Branchenverband Bitkom. Bei vielen Apps können die Notizen mittels Passwort geschützt werden. Grundsätzlich seien Notiz-Apps jedoch attraktive Ziele für Hackerangriffe, sagt Jan Kluczniok. Sensible Daten wie Kennwörter, ärztliche Dokumente oder Firmengeheimnisse hätten darin nichts verloren. Und nicht nur Hacker oder Nachrichtendienste wollen womöglich in digitale Notizen privater Nutzer hineinschauen. Die Betreiber der Anwendung Evernote planten zu Forschungszwecken einzelne Aufzeichnungen mitzulesen. Nach Protesten der Nutzer wurde das Vorhaben jedoch vorerst fallengelassen.