Der Trend geht weg vom Desktop-PC: Das Smartphone regiert das Internet

Der Trend geht weg vom Desktop-PC : Das Smartphone regiert das Internet

Wer sich durchs Netz bewegt, nutzt dazu immer häufiger Mobilgeräte. Das verändert auch die Kommunikation.

Im Café sitzen und übers Smartphone Nachrichten verschicken, im Zug die Lieblingsserie schauen, an einem fremden Ort nach dem Weg googeln – so machen das immer mehr Nutzer, auch in Deutschland.

In einer Studie des Digitalverbandes Bitkom heißt es beispielsweise, 81 Prozent der Menschen ab 14 Jahren nutzten in Deutschland im Jahr 2017 ein Smartphone. Zum Vergleich: 2016 seien es erst 74 Prozent gewesen, 2015 lediglich 65 Prozent. Der Trend ist auch bei den Älteren zu verzeichnen: Von den über 65-Jährigen verwendeten 2017 rund 41 Prozent ein Smartphone, 2016 seien es erst 28 Prozent gewesen.

Die Bitkom-Studie verdeutlicht: Aus dem Alltag sind die Geräte nicht mehr wegzudenken. Für 88 Prozent der Befragten seien Smartphones „eine große Erleichterung“. 55 Prozent stimmen sogar der Aussage zu „Smartphones bringen mich anderen Menschen näher“. Allerdings betrachtet ein Großteil die Entwicklung auch kritisch: 69 Prozent geben an, die zunehmende Smartphone-Nutzung führe dazu, dass die Menschen immer weniger miteinander redeten.

Einen Anstieg der mobilen Internetnutzung zu Lasten des klassischen Zugangs über den Desktop-PC beobachtet René Arnold seit mehreren Jahren. Arnold arbeitet am Wissenschaftlichen Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste in Bad Honnef. Er hat mit Anna Schneider von der Kölner Hochschule Fresenius gerade untersucht, wie die Menschen in Deutschland Medien nutzen, um miteinander zu kommunizieren. Dazu haben sie 2036 Nutzer befragt. Das Resultat: Ein immer größerer Teil der Kommunikation entfalle auf mobile Nachrichten-Dienste wie Whatsapp, Facebook Messenger und Threema.

2015 seien bereits mehr als die Hälfte aller Nachrichten über solche Dienste gesendet und etwa ein Fünftel der Anrufe über diese Anbieter getätigt worden, so die Untersuchung von Arnold und Schneider. Während sich die Anteile 2016 nur leicht verändert hätten, habe es 2017 einen sprunghaften Anstieg der Nutzung gegeben: Rund drei Viertel der Nachrichten und gut ein Viertel der Anrufe seien auf mobile Dienste entfallen.

Dabei handele es sich um kein Phänomen, das vor allem Jüngere betreffe. Mehr als die Hälfte der über 55-Jährigen gebe an, einen Großteil ihrer Nachrichten (80 Prozent) über diese Dienste zu verschicken, so Arnold und Schneider.

Der beliebteste Nachrichten-Dienst in Deutschland sei Whatsapp, heißt es in der Untersuchung. 49,7 Millionen Menschen nutzten ihn. Auf Platz zwei folge der Facebook Messenger mit 25,4 Millionen Nutzern und auf Platz drei Instagram mit 7,5 Millionen. Im Schnitt verwende jeder Konsument mehr als drei solcher Dienste.

Die Macher der Untersuchung verweisen jedoch darauf, dass trotz zunehmender Kommunikation per Whatsapp, Facebook Messenger und der anderen mobilen Dienste fast alle Konsumenten weiterhin auch klassische Kommunikationsmittel nutzten. Dazu zählten neben Telefonanrufen über Festnetz und Handy auch die SMS. Whatsapp-Anrufe ersetzten nicht den klassischen Telefonanruf, heißt es.

Darüber hinaus stellt die Studie fest, dass die Akzeptanz von Anrufen innerhalb von mobilen Diensten etwas Zeit brauche. So hätten lediglich 34 Prozent der Whatsapp-Kunden angegeben, bislang die Anruffunktion des Dienstes zu nutzen. Je öfter der Nutzer dann aber beispielsweise Whatsapp verwende, desto eher sei er bereit, auch die Telefonfunktion des Dienstes zu gebrauchen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung