Das Pixel 4 wird das neue Flaggschiff von Google und kommt am 24. Oktober

Cloud-Gaming auf dem Vormarsch : Google präsentiert Smartphone mit Radar

Neben dem neuen Pixel 4 hat der Konzern auch das Startdatum seiner Spieleplattform Stadia präsentiert.

() Google hat in New York seine Neuheiten vorgestellt: Neben einem neuen Flaggschiff-Smartphone hat der Internetkonzern auch etwas für Gamer im Gepäck. Und für das vernetzte Zuhause gibt es überarbeitete Technik mit neuem Namen. Die Geräte im Überblick:

Pixel 4

Google setzt beim neuen Flaggschiff-Smartphone Pixel 4 auf zwei Kameras und ein innovatives Bedienkonzept. Es setzt erstmals auf eine Doppelkamera. Außerdem kommt ein Radarsensor zur Gestensteuerung zum Einsatz. Verkaufsstart der Geräte mit 5,7 und 6,3 Zoll großen OLED-Display mit 90-Hertz-Technologie ist am 24. Oktober zu Preisen ab 749 Euro.

Ein neu gestalteter Chip namens Pixel Neural Core erledigt viele Bildbearbeitungsschritte direkt auf dem Telefon. Damit sollen etwa bessere Fotos bei Nacht möglich sein.

Während die Gestenbedienung anderer Smartphonehersteller auf Kameras setzt, kommt beim Pixel 4 ein Radarsensor zum Einsatz. Eine sich nähernde Hand etwa aktiviert die Sensoren für die Gesichtserkennung des Pixel, Winkgesten mit der Hand schalten ein Lied weiter oder den Anrufton stumm.

Ähnlich wie Apple bei seinen aktuellen Geräten verzichtet auch Google beim Pixel 4 auf einen Fingerabdrucksensor. Stattdessen wird mit Gesichtserkennung auf Basis von Infrarotkameras gearbeitet.

Doch auch die Konkurrenz von Google schläft nicht: Vor Kurzem hatte Microsoft angekündigt, wieder auf dem Smartphone-Markt mitmischen zu wollen. Dazu plant der Konzern ein Mobiltelefon mit zwei Bildschirmen, das zu Weihnachten 2020 erscheinen soll. Huawei und Samsung hingegen setzen auf faltbare Smartphones. Der chinesische Hersteller Huawei hatte bereits im April sein Falthandy Mate X vorgestellt. Das Gerät lässt jedoch noch auf sich warten. Seitens des Unternehmens gibt es derzeit keine Angaben, ab wann das Smartphone verkauft werden soll. Währenddessen hat Samsung sein Galaxy Fold bereits am 18. September auf den Markt gebracht. Zunächst hatten aber auch die Koreaner den Verkaufsstart ihres faltbaren Gerätes verschoben.

Nest Wifi

Google Wifi heißt nun Nest Wifi und kommt Ende des Jahres in einer überarbeiteten Version auf den Markt. Das WLAN-System setzt künftig auf eine Router-Zugangspunkt-Konfiguration. Dabei steuert ein zentraler Router das WLAN-Netz in der Wohnung, zusätzliche Zugangspunkte erweitern das Netz.

Im Gegensatz zum ersten Google Wifi sind Zugangspunkte für Nest Wifi nun auch vernetzte Lautsprecher. Im Fuß des WLAN-Moduls sitzt zusätzlich die Technik des ehemaligen Google Mini, das in Nest Mini umbenannt worden ist, mit Mikrofonen und Lautsprecher. Die Mikrofone können Nutzer per Schalter abstellen. Alternativ können mehrere Nest-Wifi-Router zusammengeschaltet werden. Sie haben aber keine Mikrofone integriert.

Router und Zugangspunkte bilden zusammen ein sogenanntes Mesh-Netzwerk. Dabei soll ein Gerät sich immer über den Zugangspunkt verbinden, der das beste Signal bietet. Funklöcher in der Wohnung räumt die Technik weitgehend aus. Die Nest-Wifi-Hardware gibt es als einzelnen Router für 159 Euro oder als Gespann aus Router und einem Zugangspunkt für 259 Euro ab Anfang Dezember im Handel. Der einzelne Zugangspunkt soll 139 Euro kosten.

Spieledienst Stadia

Googles Cloud-Gaming-Dienst, Spiele-Streaming-Dienst, Stadia nimmt am 19. November den Betrieb auf. Das hat der Konzern bekanntgegeben. Mit Stadia laufen Videospiele nicht mehr auf heimischen Computern oder Konsolen, sondern auf virtuellen Rechnern in großen Rechenzentren.

Spieler streamen mit Stadia nur das Videobild ihres Spiels. Durch die theoretisch grenzenlose Rechenleistung der Rechenzentren sollen laut Google völlig neue Spielmodelle möglich sein. Google spricht etwa von einem übergangslosen Sprung aus einem Youtubevideo direkt in das passende Spiel oder von riesigen Spielewelten mit Echtzeit-Ereignissen.

Für frühe Nutzer hat Google seit dem Sommer einen Zugang über eine sogenannte Founders Edition verkauft. Eine Grundversion von Stadia mit eingeschränkten technischen Möglichkeiten soll es kostenlos geben. Für hochauflösende Grafik und Extraspiele wird ein monatlicher Betrag fällig. Außerdem müssen die einzelnen Spiele jeweils gekauft werden.

Die neuen Nest Minis sollen das neue WLAN-System „Nest Wifi“ von Google verstärken. Foto: AP/Jeff Chiu

Auch hier steht bereits die Konkurrenz bereit. So haben unter anderem Apple und Telekom Deutschland ähnliche Plattformen angekündigt, auf denen Mitglieder Spiele streamen können. Der iPhone-Konzern hat angekündigt, dass Apple Arcade noch in diesem Herbst startet. Das Angebot Magenta Gaming der Telekom befindet sich derzeit in der Testphase und soll im kommenden Jahr für alle Kunden geöffnet werden.

(dpa)
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