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Das digitale Fettnäpfchen

Das digitale Fettnäpfchen

Bei Präsentationen tauchen private Bilder auf. Eine verfängliche E-Mail gerät in die Mailbox des Chefs. Oder Dateien werden mit Infos verschickt, die niemand zu sehen bekommen dürfte. Es gibt zahlreiche Computerpeinlichkeiten, die vermieden werden können.

Manch eine Computer-peinlichkeit im Job endet mit hochrotem Kopf, eine andere mit dem Rausschmiss. Mit etwas Vorsicht und technischen Hilfsmitteln können digitale Fallstricke vermieden werden.

Der Klassiker im Büroalltag ist die "Allen antworten"-Schaltfläche. Ein Mitarbeiter kündigt seinen Abschied an. Ein anderer schreibt ihm zurück, und die ganze Firma sieht es. In Mailprogrammen kann der "Allen antworten"-Button leicht mit "Antworten" verwechselt werden. Beim Versenden von Nachrichten raten Experten daher genau hinzusehen.

Das sichere Passwort

Fast so fahrlässig wie die PIN-Nummer auf der EC-Karte ist der Passwort-Zettel am Bildschirm. "Grundsätzlich sind Zettel kein schlechter Weg, um Kennwörter nicht zu vergessen", sagt Ronald Eikenberg, Redakteur der Computerzeitschrift c't. "Allerdings gehören die Papiere nicht an den Monitor, sondern an einen sicheren Ort". Ein gutes Passwort sollte aus zehn Zeichen bestehen und Groß- und Kleinbuchstaben enthalten sowie Zahlen und Sonderzeichen - bestenfalls in einer willkürlichen Abfolge, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergibt. Dazu raten die Sicherheitsexperten Norbert Pohlmann und Markus Linnemann in ihrem Buch "Sicher im Internet". Bei komplizierten Passwörtern helfen Eselsbrücken weiter. Auch Passwort-Manager als App können eine sichere Variante sein.

Vorsicht ist auch bei Bildschirmfotos geboten: "Wenn ich Screenshots anfertige, sollte ich genau darauf achten, was auf dem Bildschirm zu sehen ist", sagt Eikenberg. Spezielle Werkzeuge wie Erweiterungen für Browser ermöglichen, nur ausgewählte Bereiche des Bildschirms abzufotografieren. Auch Apple und Microsoft bieten vorinstallierte Programme für ihre Betriebssysteme an. IT-Experten raten, vor dem Abschicken eines Screenshots unbedingt die Datei nochmals zu betrachten. Zuletzt erntete ein norddeutscher Bürgermeister Spott. Auf seinem Bildschirmfoto zum Thema Demokratie und Grundgesetz waren auch aufgerufene Pornoseiten zu sehen.

Im Büro kurz etwas online bestellen oder auf private Seiten gehen? Merkt doch eh niemand - bis der PC in Wartung ist. Im Zweifel ist außerdienstliches Surfen am Arbeitsplatz verboten und kann arbeitsrechtliche Folgen haben. Firmen können ihren Mitarbeitern über den Browserverlauf auf die Schliche kommen. C't-Redakteur Eikenberg rät, besser den privaten Surfmodus einzuschalten. Dieser verhindert, dass der Browser aufgerufene Seiten langfristig speichert.

Ein weiterer Fallstrick kann auch bei Urlaubsfotos lauern. Generell sollten Nutzer gerade im Urlaub mit privaten Infos vorsichtig umgehen, empfiehlt die Polizei . Einbrecher durchforsten nämlich gezielt soziale Netzwerke nach Spuren, die auf verwaiste Häuser deuten. Auch automatische Abwesenheitsnachrichten mit den genauen Urlaubszeiten können Hinweise auf leichte Beute sein.