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Das Aus für Windows 7 steht bevor, Nutzer können kostenlos umsteigen

Aus für Windows 7 : Für Windows 7 läuft die Zeit ab

Die Unterstützung für das Betriebssystem endet in wenigen Monaten. Nutzer sind gut beraten, zeitig umzusteigen.

Lange dauert es nicht mehr, dann ist es Zeit, Abschied zu nehmen. Am 14. Januar 2020 stellt Softwarehersteller Microsoft die technische Unterstützung für das Betriebssystem Windows 7 ein. Das System kann dann zwar immer noch verwendet werden, doch Sicherheitslücken stopft Microsoft nicht mehr. Noch bleibt Nutzern Zeit, auf ein neues Betriebssystem umzusteigen.

Die Situation Windows 7 ist bei Nutzern nach wie vor sehr beliebt. Axel Vahldiek vom Computerfachmagazin c’t schätzt, dass Windows 7 derzeit noch rund die Hälfte aller Windows-Installationen auf Desktop-PCs und Laptops ausmacht. Nutzer brauchen nicht darauf zu hoffen, doch noch an Updates für Windows 7 zu kommen, sagt er. Alle Garantien und Gewährleistungen erlöschen zehn Jahre nach der Veröffentlichung eines Betriebssystems. Diese Frist laufe am 14. Januar 2020 ab. Das weniger beliebte Windows 8.1 werde ab 10. Januar 2023 nicht mehr unterstützt. Auch wenn das noch ein wenig hin sei, können Nutzer schon über einen Umstieg nachdenken, sagt c’t.

Das Risiko Wenn Softwarehersteller Microsoft Windows 7 nicht mehr unterstütze, bedeute das, dass das System nicht mehr auf dem neuesten Stand gehalten werde, erklärt Vahldiek. Falls dann neue Sicherheitslücken auftauchen, werde Microsoft diese nicht mehr schließen. Davon gibt es viele, die Sicherheitsdatenbank CVE Details verzeichnet über 1000 ­Sicherheitslücken in Windows 7. Davon wurden 229 erst im Jahr 2017 entdeckt, im vergangenen Jahr waren es 161. Im Jahr 2019 seien bereits 16 Sicherheitslücken entdeckt worden. Schadprogramme nutzen Sicherheitslücken immer wieder aus und können Nutzer um alle ihre Daten bringen.

Wer also über den 14. Januar hinaus an Windows 7 festhalte, riskiere, seine Daten in große Gefahr zu bringen, sagt Vahldiek. „Selbstverständlich ist kein Betriebssystem hundertprozentig sicher“, so der c’t-Redakteur. „Genauso wie die eigene Wohnung nie völlig einbruchssicher sein kann. Das ist aber noch lange kein Grund, die Haustür offen zu lassen.“ Nicht nur das Betriebssystem selbst, auch Programme für Windows 7, ob von Microsoft selbst oder von Drittanbietern, würden nicht mehr aktualisiert und können daher ein zusätzliches Sicherheitsrisiko darstellen, sagt der Fachmann. Dazu gehören etwa der Internet Explorer und Microsofts Office-Bürosoftware. Zahlreiche Softwarehersteller setzen für die Nutzung ihrer Programme längst Windows 10 voraus, so Vahldiek.

Die Optionen Windows 10 gibt es in mehreren Fassungen. Für Privatnutzer gedacht sind laut c’t die Versionen Home und Pro. Letztere sei teurer, biete aber einen größeren Funktionsumfang. Einige beliebte Funktionen aus älteren Windows-Versionen gebe es in Windows 10 jedoch nicht mehr. So sei das Windows Media Center, das Filme und Musik abspielen sowie Bilder anzeigen konnte, entfernt worden. Zudem fehle das altbekannte Windows-Startmenü. Bei der Bedienung gebe es keine großen Unterschiede. Wer mit Windows 7 umgehen könne, komme auch mit Windows 10 ohne Probleme klar, so c’t.

Wer die Gelegenheit nutzen will, sich ganz von Windows zu verabschieden, kann einen Blick auf Linux werfen. Dabei handelt es sich nicht um ein Betriebssystem wie Windows, sondern um einen Programmkern, um den ein Betriebssystem gebaut werden kann. Anders als bei Windows gibt es nie nur einige wenige Versionen, sondern unzählige Fassungen des Systems. Eine spezielle Version wird als Linux-Distribution bezeichnet.

Einsteigern empfiehlt das Computer-Fachportal Chip.de die Linux-Distributionen Ubuntu, Manjaro Linux und OpenSUSE Leap. Diese seien besonders einsteigerfreundlich, da sie leicht zu bedienen seien und sehr stabil laufen. Für ältere PCs sei besonders MX Linux geeignet, da dieses System keine hohen Ansprüche an die Hardware des Rechners stelle. Wer sich nicht allzu sehr umgewöhnen wolle, dem empfiehlt das Portal die Linux-Distribution Zorin OS, die sich bemüht, Windows möglichst ähnlich zu sein. Gleiches gilt laut c’t für die Distributionen Mint in der Cinnamon-Edition und Kubuntu.

Linux bietet seinen Nutzern gegenüber Windows einige Vorteile, erläutert das Fachmagazin PCwelt. Alle Linux-Distributionen sowie zahlreiche Anwendungen dafür seien komplett kostenlos. Da das System nicht auf so vielen Geräten installiert sei wie Windows, würden nicht so viele Schadprogramme für Linux entwickelt. Auch die Zahl der verschiedenen Distributionen sei in dieser Hinsicht ein Vorteil, da ein Schädling auf das exakte Betriebssystem abgestimmt sein müsse. Auch Aktualisierungen für System und Programme laufen unter Linux deutlich einfacher und sicherer ab, so die PCwelt.

Zu den Nachteilen gehöre unter anderem, dass nicht jeder Hardwarehersteller immer den neuesten Treiber für Linux anbiete. Damit arbeiten praktisch alle Komponenten eines Rechners. Externe Geräte wie WLAN-Adapter, TV-Sticks oder Drucker würden unter Linux nicht immer erkannt. Auf dem Laptop müssen Nutzer laut dem Fachmagazin damit rechnen, dass der Akku nicht so lange hält wie unter Windows, da Microsofts System mit mehr Energiesparfunktionen daherkommt.

Der Umstieg Wer sich eine Windows-10-Lizenz kaufen will, soll sich laut c’t für eine sogenannte System-Builder-Lizenz entscheiden. Mit einer solchen Lizenz lasse sich Windows auf einem beliebigen PC installieren und beim Wechsel auf ein neuen Rechner einfach mitnehmen. Eine Lizenz koste in der Home-Version rund 100 Euro, für die Pro-Edition würden knapp 140 Euro fällig. Wer ohnehin einen neuen Rechner brauche, könne selbstverständlich auch einen neuen PC oder Laptop kaufen, auf dem Windows 10 bereits vorinstalliert sei. Wer sich ein neues Gerät zulegen wolle, dem rät c’t-Redakteur Vahldiek, genau zu überlegen, ob ein PC oder Laptop das Richtige für ihn sei. „Wer auf Tastatur und Maus verzichten kann, der ist oft mit einem Tablet-Computer besser beraten“, so Vahldiek. Ein Tablet sei einfacher zu bedienen. Für ältere Menschen komme noch hinzu, dass sich die Anzeige auf dem Bildschirm durch einfaches Fingerwischen jederzeit vergrößern lasse, so Vahldiek.

Nutzer von Windows 7 können an Windows 10 jedoch nach wie vor auch kostenlos gelangen, obwohl das laut Microsoft offiziell nicht mehr möglich sein soll. Dazu müssen Nutzer das Programm Media Creation Tool herunterladen, mit dem sich Windows 10 auf jedem Rechner installieren lasse. Microsoft scheine mit dieser Methode einverstanden zu sein, erklärt Vahldiek. Dafür spreche zum einen, dass das Installationsprogramm von Windows 10 nach wie vor die Lizenzschlüssel von Windows 7 akzeptiere. Beim Lizenzschlüssel handele es sich um einen mehrstelligen Zahlencode, der denjenigen, der ihn eingebe, als Besitzer einer gültigen Windows-Lizenz kennzeichne, erklärt c’t. Auch die Server von Microsoft akzeptieren die Schlüssel noch, obwohl der Hersteller das problemlos abstellen könne. „Außerdem hat Microsoft nach Ablauf der offiziellen Frist das Windows-10-Installationsprogramm noch einmal überarbeitet und es vereinfacht. Sprich, der Hersteller hat Zeit und damit Geld investiert, um Nutzern den kostenlosen Wechsel auf Windows 10 leichter zu machen.“

Weil es keine Garantie gebe, dass der Wechsel in allen Fällen reibungslos vonstatten gehe, müsse der PC-Besitzer vorsorgen, erklärt Vahldiek. Wer von Windows 7 oder 8.1 auf Windows 10 umsteigen wolle, solle unter allem eine Sicherungskopie seiner Daten anlegen. Das Fachmagazin c’t bietet im Internet eine ausführliche Anleitung zur Installation von Windows 10 und zum Sichern der eigenen Daten an. Wer sich ganz von Windows verabschieden will, findet unter www.ct.de/ydqc viele Informationen.

www.heise.de/-3892845

www.ct.de/ydqc

www.ct.de/backup