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Computeruhr oder Fitnessarmband, das Fragen sich häufig Sportler.

Fitnesstracker : Der Trainingspartner am Handgelenk

Computeruhr oder Fitnessarmband? Vor dieser Frage stehen häufig Sportler, die ihr Training im Blick haben wollen.

Die Grenzen zwischen Fitnessarmbänder sogenannte Fitnesstracker und Smartwatches verschwimmen immer mehr. Denn die Computeruhren bekommen immer mehr Funktionen von Fitnessarmbändern. Auch einige Hersteller von Fitnesstrackern versuchen sich an Hybrid-Modellen wie die Versa von Fitbit.

Die Armbänder beschränken sich auf Funktionen, die ausschließlich dazu dienen, Trainingsdaten zu sammeln und Fitnessdaten zu analysieren. Neben sportlichen Aktivitäten zeichnen die Tracker gelaufene Schritte, die Herzfrequenz oder auch Schlafphasen des Trägers auf. Die meisten Fitnesstracker haben keinen integrierten GPS-Sensor. Wer beim Laufen die Route aufzeichnen wolle, müsse sein Smartphone mitnehmen, erklärt das Nachrichtenportal curved.de. Sie kämen aber auch ohne Mobiltelefon aus. Auch Telefonate führen oder E-Mails überprüfen könnten Träger von Fitnesstrackern nicht. Diese Trainingsbegleiter richteten sich meist an Gelegenheitssportler, um sie zu motivieren.

Pulsuhren, auch Sportuhren oder Laufuhren genannt, ähnelten vom Gehäuse her Smartwatches, legten den Fokus aber auf Sport und Fitness, erklärt die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest. Die Prüfer empfehlen diese Uhren leistungsorientierten Joggern oder Radfahrern, die ihre Uhr nicht als Zweithandy nutzen wollen.

Die intelligenten Computeruhren, Smartwatches, werden per Touchscreen gesteuert und sind eine Ergänzung zum Smartphone. Außerdem könnten Apps installiert werden. „Die Zukunft werden Uhren sein, die auch eine Sim-Karte haben und somit wie ein Handy funktionieren“, sagt Sportwissenschaftler Professor Lars Donath von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Auf dem Markt gibt es bereits Modelle wie die Samsung Galaxy Watch und die Apple Watch mit einer integrierten Sim-Karte. Solche Uhren sind quasi das Smartphone am Handgelenk. Doch die unterschiedlichen Funktionen stellen den Sportler beim Kauf vor die Frage, welche Uhr für ihn am besten geeignet ist.

„Die Grundfunktionen Schrittzähler, Stoppuhr und Pulsmesser sollte ein Fitnessarmband meines Erachtens haben“, sagt der Mathematiker Thomas Camminady, der am Karlsruher Institut für Technologie zu maschinellem Lernen forscht. Die Schrittzähler einfacher Fitnesstracker ohne Standortbestimmung per GPS funktionieren über einen Bewegungs- oder Beschleunigungssensor. Deshalb kosten solche Geräte in der ersten Kategorie auch am wenigsten, im Durchschnitt zwischen 100 und 150 Euro. Sehr günstige Tracker mit Schrittzähler und Herzfrequenz-Messung gibt es durchaus schon für knapp 30 Euro. Sie benötigen kein zusätzliches Nutzerkonto oder gekoppeltes Smartphone. „Für jemanden, der regelmäßig läuft, ist die Navigation sehr wichtig“, sagt Camminady. Eine Karte helfe einem Läufer bei der Orientierung. „Wenn ich vor dem Lauf einen Kurs hochgeladen habe, brummt die Uhr an der Kreuzung, wenn ich abbiegen muss.“ Tracker oder Uhren mit GPS starten um 150 Euro und die Preise reichen bis 900 Euro.

Vor dem Kauf muss der Sportler wissen, was er mit dem Gerät erreichen will und welche Funktionen notwendig sind. Sonst landet der digitale Trainingspartner so schnell in der Ecke wie die guten Vorsätze. Der Nutzer sollte sich fragen, wieso er Sport machen möchte und welche unterstützende Rolle eine Smartwatch oder ein Fitnesstracker dabei übernehmen könnte, rät Lars Donath.

Käufer sollten sich überlegen, wie sie gerne Sport treiben. Es gehe darum, den individuellen Prozess des Trainings mit einem geeigneten Gerät zu begleiten, erklärt Donath. Bei schwächeren Trainingsintensitäten sei ein Fitnessarmband meistens ausreichend, sagt der Sportwissenschaftler. „Mit einem gewöhnlichen Fitnessarmband weiß ein Sportler immer, wie viel und wie intensiv er sich in etwa bewegt hat. In Kombination mit Apps ist das oft ausreichend.“

Die zugehörige Smartphone-Software sammele die Daten und werte sie aus. Teils könne der Nutzer die Analysen auf der Seite des Herstellers einsehen, zu dessen Server die Daten vom Mobilgerät übertragen wurden. Doch nicht alle Menschen wollen ständig überwacht werden, sagt Donath. Über die gekoppelte App werden die Daten meist mit dem Hersteller-Server synchronisiert oder auch an anderen Orten gespeichert. „Der Datenabfluss bei gekoppelten Geräten ist ein großes Problem“, sagt Donath. Es sei wichtig, die allgemeinen Geschäftsbedingungen der Hersteller und Dienstanbieter durchzulesen. Dann würde vielen Nutzern bewusst, dass meist völlig intransparent sei, wohin ihre Daten fließen.

Mit den Informationen ließen sich die Dienste individuell gestalten. Einige Anbieter ermöglichten es, Trainingsverläufe oder Lauf- und Radstrecken mit Fotos, Kartenmaterial und anderen Angaben zu dokumentieren und Freunde oder Trainingspartner am eigenen Fortschritt teilhaben zu lassen, sagt Thomas Camminady. So werde das Training über die Software zu einer Art sozialem Erlebnis. „Wer will, kann sich mit anderen vergleichen oder zum Beispiel Ideen für neue Laufstrecken sammeln.“

Die Smartwatches und Fitnesstracker sind mittlerweile mehr als nur Trainingspartner. Sie gehörten nicht nur beim Sport ans Handgelenk, berichtet Professor Lars Donath. Besitzer sollten sie daher gerne tragen. Die Geräte sähen immer mehr aus wie Uhren und könnten allesamt die Uhrzeit anzeigen. Zudem würden die Akkus immer schneller laden und die Genauigkeit der Sensoren werde laufend verbessert.

(dpa)