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Computer-Programme erleichtern die Sicherung privater Daten

Schutz vor Datenverlust : So einfach klappt die Datensicherung

Keine Festplatte hält ewig. Deshalb sind regelmäßige Datensicherungen wichtig.

Blitzschlag, Diebstahl, kaputte Festplatte: Gründe, sich mit der Sicherung seiner Daten, dem sogenannten Backup, zu beschäftigen, gibt es viele. „Es gibt zwei Arten von Computernutzern – solche, die schon Daten verloren haben, und solche, denen das noch bevorsteht“, bringt es Peter Müller vom Fachmagazin „Macwelt“ auf den Punkt.

Dass es für Computernutzer in Deutschland aber noch keine Selbstverständlichkeit ist, regelmäßig Sicherheitskopien ihrer Daten anzulegen zeigt eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom. Demnach machen selbst von denjenigen Befragten, die sich der Gefahr von Epressungs-Software bewusst sind, nur 44 Prozent regelmäßig Backups.

Um Fotos, Videos, Dokumente und andere Dateien zu speichern, gibt es diverse Möglichkeiten.„Die einfachste Methode ist es sicherlich, einen USB-Stick oder eine externe Festplatte an den Computer anzuschließen und die Daten von A nach B zu ziehen“, erklärt Jan Schüßler vom Fachmagazin „c’t“. Beim Explorer handelt es sich um die Dateimanager-Anwendung von Windows. Mit ihm lassen sich die Dokumente per Hand auf eine andere Festplatte kopieren.

Idealerweise sichern Nutzer ihre Daten mehrfach, um auf der sicheren Seite zu sein. „Ich empfehle grundsätzlich die 3-2-1-Regel“, sagt Schüßler. „Das meint: Drei Kopien von Daten inklusive des Originals auf zwei unterschiedlichen Medientypen anzufertigen. Darüber hinaus sollte sich eine der Kopien außer Haus befinden.“ Mögliche weitere Orte für Sicherungen sind etwa Onlinespeicher (Cloud) oder das Büro.

Anwender, die ihre Daten zur Sicherung nicht immer per Hand kopieren möchten, können Software nutzen, die automatisch für eine fortlaufende Speicherung sorgt. Nutzer können hier verschiedene Methoden wählen. Eine Vollsicherung ist am simpelsten, kann aber enorm lange dauern und viel Speicherplatz erfordern.

Anders funktioniert die sogenannte differenzielle Datensicherung. Hierbei werden nur die Daten gesichert, die seit der letzten Vollsicherung verändert oder neu erstellt wurden – die einzelnen Sicherungsvorgänge dauern nun nicht mehr so lange. Zudem gibt es die Möglichkeit der sogenannten inkrementellen Datensicherung. Diese stellt immer nur einen Bezug zu den Veränderungen seit dem vorherigen Backup her, unabhängig davon, wie umfangreich dieses war. Im Vergleich zur differenziellen Sicherung erfordert das noch einmal weniger Speicherplatz und geht noch schneller.

„Die meisten Programme sind so voreingestellt, dass sie nicht jedes Mal eine komplette Sicherung aller Daten erstellen“, sagt Jan Schüßler. Wer also eine Backup-Anwendung nutzt, kann davon ausgehen, dass nach einer Vollsicherung zu Beginn automatisch die differenzielle oder inkrementelle Sicherungsmethode zum Einsatz kommt. Das ist wichtig, damit die Datensicherung nicht zu einer nervigen, komplizierten Angelegenheit wird. Denn: „Die Folge von zu komplizierten Backups ist, dass die Leute irgendwann keine Lust mehr haben und es komplett sein lassen“, sagt Jörg Geiger vom Computer-Fachmagazin „Chip“.

Beim Mac lässt sich zur Datensicherung das Programm Time Machine verwenden, das seit einigen Jahren fester Bestandteil des Apple-Betriebssystems macOS ist. Um den Dienst zu nutzen, schalten Anwender Time Machine in den Systemeinstellungen ein und schließen eine externe Festplatte an. „Die erste Datensicherung wird eine Weile dauern, danach sichert Time Machine stündlich inkrementell“, sagt Peter Müller. „Faustregel: Die Backup-Festplatte sollte mindestens das doppelte Volumen des zu sichernden Speichers haben.“ Zudem empfiehlt der Experte, die Sicherheitskopien zu verschlüsseln. Diese Funktion ist in Apples Software bereits integriert und lässt sich einfach aktivieren. Alternativen zu Time Machine sind etwa das kostenlose Smartbackup oder die kostenpflichtigen Programme Superduper und Carbon Copy Cloner.

Unter Windows steht seit Version 7 sowohl für ein Daten-Backup als auch für ein komplettes Systemabbild von Haus aus Software bereit. Hierauf lässt sich unter „Einstellungen/Update und Sicherheit“ zugreifen, idealerweise ebenfalls im Zusammenspiel mit einem externen Datenspeicher. Alternativen zu den Windows-Bordmitteln gibt es viele, etwa die kostenlosen Programme Cobian Backup, Aomei Backupper Standard, Personal Backup oder Paragon Backup & Recovery Free.

Wer auf die Idee kommt, dass er sein Backup auch auf einer internen Festplatte ablegen könnte, hat zwar im Prinzip recht damit. Sinnvoll ist das aber – einmal abgesehen vom gesparten Geld für den externen Datenträger – nicht. „Von einer internen Datensicherung rate ich ab“, sagt Jörg Geiger. Datensicherungen gehörten auf ein zweites, externes Medium. „Die Wahrscheinlichkeit, dass beide gleichzeitig ausfallen, ist gering.“

Für Sicherheitskopien in der Cloud bieten sich für unterschiedliche Anwendungsfälle verschiedene Anbieter und Vorgehensweisen an, berichtet das Technik-Portal „­Heise online“. Für Nutzer der Dienste von Google und Besitzer eines Android-Smartphones eigne sich der Internetspeicher des Internetkonzerns. Das Drive genannte Angebot sei in Googles Software bereits integriert und halte einigen Speicherplatz vor. Ähnliche verhalte es sich mit Apples iCloud genannter Datensicherungslösung. Als weitere Mitspieler würben Windows mit seinem Dienst OneDrive sowie Dropbox um Kunden, die ihre Daten weder Apple noch Google anvertrauen möchten. Alle diese Internetspeicher verbinde, dass sich dort nicht nur Dateien hinterlegen, sondern auch Dokumente wie Textdateien oder Tabellen online über den Browser aufrufen und bearbeiten ließen. Auch anderen Nutzern könne der Zugang zu Dateien gewährt werden. Das sei etwa praktisch, um gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten.

Diese Funktion hat der Anbieter Mega nach Angaben von „­Heise online“ zwar nicht. Dafür stelle er aber mit 50 Gigabyte kostenlos einen üppigen Speicher bereit. Mit der Deutschen Telekom gehe zudem auch ein heimischer Konzern ins Rennen. Dessen Angebot Magentacloud stehe nicht nur Telekom-Kunden offen. Fortgeschrittenen Nutzern, die einen eigenen Webserver zu betreiben in der Lage sind, eröffneten die Programme Owncloud und Nextcloud die Möglichkeit, einen eigenen Internetspeicher zu betreiben. Der Vorteil an dieser Lösung sei, dass Nutzer nicht nur die volle Kontrolle über die Daten behielten, sondern selbst über die Größe des Speichers entscheiden könnten, indem sie selbst entsprechende Festplatten in den heimischen Server einbauten.

(dpa)