Gestrichener Flug: Champagner kann als angemessene Entschädigung gelten

Gestrichener Flug : Champagner kann als angemessene Entschädigung gelten

Bei einem abgesagten Flug, haben Verbraucher nicht nur Anspruch auf eine Ausgleichszahlung. Auch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung muss die Fluglinie gegebenenfalls übernehmen.

Auf gutes Essen müssen Gestrandete dabei nicht verzichten: Nach einem Urteil des Amtsgerichts Düsseldorf, auf das der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hinweist, kann zu einem gelungenen Essen der Genuss von Champagner gehören (Az.: 27 C 257/18). Die Kosten sind angemessen und demnach von der Fluggesellschaft zu übernehmen.

In dem verhandelten Fall hatten die Kläger einen Flug von Göteborg nach Düsseldorf gebucht. Zwei Stunden vor dem geplanten Abflug teilte die Airline den Klägern die Streichung der Verbindung mit. Das Unternehmen bat den Klägern weder die Hotelunterbringung noch die Verpflegung an. Daher bezahlten die Kläger zunächst selbst für eine Übernachtung sowie für ihren Restaurantbesuch. Auf der Rechnung, deren Erstattung die Reisenden später einforderten, standen unter anderem Wein und Champagner. Diese Kosten wollte die Fluggesellschaft aber nicht übernehmen.

Das Gericht gab den Klägern Recht: Komme eine Airline ihrer bestehenden Betreuungspflicht nicht nach, könne ein Reisender eine angemessene Entschädigung verlangen. In diesem Zusammenhang könnten die Kosten für außergewöhnliche Getränke und erstattungsfähig sein.

Denn zu einem gelungenen Essen gehört nach Ansicht der Richter nicht nur der Verzehr begleitender Biere oder Weine, sondern auch darüber hinausgehender Genuss, etwa von Champagner und Dessertwein. Bei der Beurteilung der Angemessenheit ist demnach insbesondere zu berücksichtigen, dass gerade im Champagnersegment auch deutlich teurere Produkte angeboten werden als die von den Kläger gewählten. Die Kosten für die Alkoholika beliefen sich in diesem Fall auf rund 44 Euro.

(dpa)
Mehr von Saarbrücker Zeitung