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Bruchstücke von Mitschnitten werden zur Verbesserung von Siri abgehört

Mitarbeiter sollen wieder mithören dürfen : Apple bittet um Erlaubnis zum Abhören

Mitarbeiter sollen Bruchstücke von Mitschnitten anhören dürfen, der Sprachassistent Siri aufzeichnet.

Apple wird als erster Anbieter von Sprachassistenten die Verbraucher ab Herbst um Erlaubnis fragen, Mitschnitte von Mitarbeiter anhören zu lassen. Der Konzern hatte diesen Schritt Anfang des Monats angekündigt, nachdem bekannt geworden war, dass Apple-Mitarbeiter ohne Wissen der Nutzer Sprachaufzeichnungen abhören. Apple wird von Unterhaltungen der Nutzer mit Siri keine Aufzeichnungen mehr langfristig speichern.

Bei verschiedenen Sprachassistenten wurden Bruchstücke von Mitschnitten seit Jahren abgehört, um die Spracherkennung zu verbessern. Den Nutzern war die Praxis weitestgehend nicht bewusst, bis vor einigen Monaten erste Medienberichte auftauchten. Google und Apple setzten die Auswertung vor einigen Wochen aus, Amazonkunden können Mitschnitte ablehnen.

Der Fokus war durch einen Zeitungsbericht Ende Juli auf Siri gelenkt worden. Der Mitarbeiter eines Apple-Dienstleisters erzählte, auf den Aufnahmen seien zum Teil sehr private Details zu hören. So höre Siri auch Teile von Gesprächen mit intimen medizinischen oder geschäftlichen Inhalten, sagte er. Zu den nun angekündigten Änderungen gehört, dass die ausgewählten Mitschnitte nur noch von Apple-Mitarbeitern statt externen Dienstleistern angehört werden. Beim nachträglichen Anhören sollen die Mitarbeiter herausfinden, welche Worte versehentliche Aktivierungen auslösten, um die Software anzupassen.

Die Ankündigung deckt sich weitgehend mit den Forderungen von deutschen Datenschützern, die unter anderem verlangen, dass Nutzer um eine Erlaubnis zur Auswertung von Mitschnitten gefragt werden müssten.

(dpa)