Black Friday, Cyber Monday und Co.: Die Preisschlacht im Onlinehandel

Black Friday, Cyber Monday und Co. : Die Schein-Schnäppchen der Onlinewelt

Mit den angeblichen Super-Rabatten im Internet wie am Black Friday oder Cyber Monday ist es oft nicht weit her.

Am 29. November stürmen die Amerikaner am Freitag nach dem US-amerikanischen Erntedankfest, Thanksgiving, die Läden, um ein Schnäppchen zu machen. An diesem Tag locken Geschäfte im ganzen Land mit vermeintlich unschlagbaren Preisen. Dieser Trend ist inzwischen auch in Deutschland angekommen. Am Black Friday („Schwarzer Freitag“) warten die Geschäfte in der Fußgängerzone ebenso wie die Onlinehändler mit vermeintlichen Niedrigpreisen auf.

Angebote, bei denen sich mindestens 20 Prozent sparen lassen, preisen die Händler beim Black Friday und dem darauffolgenden Montag, Cyber Monday, an. Wie die Online-Vergleichsplattform ­idealo.­de herausgefunden hat, gibt es bei vielen Produkten tatsächlich jedoch nur geringe Rabatte. Über einen Zeitraum von vier Wochen vor den beiden Rabatt-Tagen, am Black Friday und am Cyber Monday 2018, hat die Plattform die Preisentwicklung von insgesamt 2 500 Produkten aus 50 Kategorien bei Onlinehändlern beobachtet. Drei Viertel der untersuchten Produkte seien am Black Friday tatsächlich günstiger gewesen als in den Wochen davor. Andererseits gab es auch einen Dämpfer für Sparfüchse. „Wer auf echte Schnäppchen mit mindestens 20 Prozent hoffte, musste genau hinschauen“, erklärt idealo. Solche Rabatte hätten nur 14 Prozent der Produkte gehabt. Laut der Vergleichsplattform lag die Ersparnis im Durchschnitt bei sechs Prozent.

Nur in einigen Produktkategorien seien Schnäppchenjäger laut ­idealo besonders erfolgreich gewesen. Gesellschaftsspiele (19 Prozent Ersparnis), sogenannte Gamepads, Eingabegeräte zum Steuern von Computerspielen (ebenfalls 19 Prozent) und Spielekonsolen (15 Prozent) lagen bei der Preisschlacht auf den vorderen Rängen. Die Rabatte bei Smartphones bewegten sich meist im einstelligen Bereich. Auch bei Handys können findige Kunden einen guten Preis erwischen, erklärt idealo. „Wer nicht auf ein bestimmtes Modell, Ausstattung und Farbe festgelegt ist, erhöht die Chance auf ein echtes Schnäppchen deutlich.“ Auch bei anderen Produkten wie Konsolen, Fernsehern und Turnschuhen gelte diese Regel.

Den Montag nach dem „Schnäppchen“-Freitag hat der US-Onlinehändler Amazon zum Cyber Monday deklariert. Wie rentabel sind zwei Rabattschlachten binnen weniger Tage für den Kunden? Laut idealo kam es im vergangenen Jahr darauf an, zu welcher Kategorie das Wunschprodukt gehörte. So seien Kopfhörer, Objektive für Kameras und einige Kühlschränke idealo zufolge am Cyber Monday etwas günstiger gewesen als am Black Friday. In fast allen anderen Segmenten habe sich das Warten am Ende nicht gelohnt, da die Angebote am vorausgegangenen Freitag preiswerter waren.

Um am Ende tatsächlich möglichst gute Schnäppchen zu machen, empfiehlt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Preisvergleichsportale aufzusuchen. Nutzer sollten mehrere Plattformen zurate ziehen, denn es gebe nicht „die eine beste Suchmaschine“. „Erst wenn sich ein Sonderangebot in zwei Preissuchmaschinen nicht unterbieten lässt, kann sich der Klick auf den Kaufen-Button lohnen“, erklären die Verbraucherschützer.

Doch Black Friday und Cyber Monday sind nicht die einzigen alljährlichen Schnäppchentage. Mittlerweile scheint es ständig Rabattaktionen im Handel zu geben. Amazon hat etwa seinen Prime Day ausgerufen und bevor Saisonware die Schaufenster räumen muss, soll der Mid-Season-Sale, eine Art „Schlussverkauf vor dem Schlussverkauf“, schon im Voraus die Lager leeren. „Ohne Anlass kaufen wir hochwertige Dinge nur selten“, erklärt Claas Christian Germelmann, Professor für Marketing und Konsumentenverhalten an der Universität Bayreuth. Die Rabattschlacht schaffe einen Anlass, einzukaufen, erklärt der Marketingforscher. Daher seien Black Friday und Co. zumindest für den Handel rentabel.

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