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Bitkom: Standortnachteile bremsen deutsche Rechenzentren aus

Digitalverband mahnt : Standortnachteile bremsen deutsche Rechenzentren aus

Stromkosten und Schwierigkeiten bei der Hitzeentwicklung machen Unternehmen in Deutschland trotz steigender Investitionen zu schaffen.

Rechenzentren in Deutschland haben nach wie vor mit großen Problemen zu kämpfen und hinken im internationalen Vergleich hinterher. Darauf weist der Digitalverband Bitkom hin. Rechenzentren seien hierzulande finanziell stark belastet, allein der Strom mache oft mehr als 50 Prozent der Betriebskosten aus. Die Marktanteile sinken gegenüber konkurrierenden Anbietern in Europa, USA und Asien trotz steigender Investitionen am Standort Deutschland immer weiter, so Bitkom. Angesichts dieser Herausforderungen hat der Digitalverband ein neues Positionspapier vorgelegt. Darin sind die Ziele formuliert, Rechenzentren von der Ökostrom-Umlage zu befreien und bessere Rahmenbedingungen zur Einspeisung von Abwärme in die Fernwärmenetze zu schaffen. Laut Bitkom stellt die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Umlage eine massive Benachteiligung deutscher Rechenzentren dar, die im internationalen Vergleich ein Vielfaches der Stromkosten zahlen müssen.

Zudem solle die Politik bessere Rahmenbedingungen für eine klimafreundliche Energienutzung schaffen. Bei dem stromintensiven Betrieb in Rechenzentren entstehen große Mengen Abwärme, die bislang ungenutzt freigesetzt werden. Der Strombedarf der Rechenzentren in Deutschland betrage derzeit gut zwölf Milliarden Kilowattstunden pro Jahr. Das sei in etwa so viel wie die Millionenstadt Berlin jährlich verbrauche, so Bitkom.

Rechenzentren seien ein entscheidender Wirtschaftsfaktor und Treiber für die digitale Transformation in Deutschland, erklärt Bitkom. An den deutschen Standorten arbeiten 130 000 Beschäftigte, weitere 80 000 Jobs hängen indirekt an der Branche. Die auf funktionierende Rechenzentren angewiesene Internetwirtschaft erzielt laut dem Digitalverband allein in Deutschland einen Umsatz von mehr als 100 Milliarden Euro jährlich.