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Beim Datensichern gilt die 3-2-1-Regel

Vorsorge ist wichtig : Beim Datensichern gilt die 3-2-1-Regel

Mails, Musik, Fotos, Videos oder Dokumente. Das alles will regelmäßig gesichert werden und muss hin und wieder auf ein neues Gerät übertragen werden. Die richtige Strategie spart hier Zeit und Ärger.

Auch der beste PC gibt irgendwann den Geist auf, Notebooks fallen vom Tisch und Smartphones gehen verloren. Wohl dem, der jetzt ein Backup seiner Daten hat. Jan Schüßler vom Fachmagazin c‘t rät zur sogenannten 3-2-1-Regel. Von wichtigen Dateien sollte es drei Kopien inklusive des Originals geben. Zur Sicherung verwendeten Nutzer am besten mindestens zwei verschiedene Medien, also etwa Festplatte und einen Onlinespeicher (Cloud).

„Wenn man zwei baugleiche Festplatten hat, kann es immer sein, dass nicht nur eine davon ausfällt“, sagt Schüßler. Eine der Kopien sollte außer Haus gelagert werden. Die Überlegung: „Brennt das Haus oder das Büro mitsamt des Rechners ab, wären so wenigstens die Daten gesichert.“

Ob Onlinespeicher, Festplatte oder USB-Stick als Speichermedium genutzt werde, hänge davon ab, was gesichert werden soll. Wer lediglich einige Dokumente oder Fotos speichern will, sei mit Cloud oder USB-Stick gut bedient, sagt Jan Schüßler.

Bei einer überschaubaren Anzahl an Dateien ließen sich die Daten aus der Cloud später wieder auf den neuen Computer oder auf das neue Smartphone spielen. „So geht es idealerweise auch mit Kontakten oder Browser-Lesezeichen“, sagt Rainer Schuldt von der Zeitschrift Computer Bild.

Der Vorteil der Cloud sei, dass sich nicht um die Stabilität und Sicherheit der Daten gekümmert werden müsse. „Bei einer externen Festplatte muss man dagegen darauf aufpassen, sie nicht zu verlieren oder zu zerstören“, sagt Schüßler. Andererseits sollten Anwender dem Anbieter ihres Onlinespeichers Cloud vertrauen können. Ideal sei eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aller hochgeladenen Daten, bei der nur der Benutzer selbst den Schlüssel kennt.

Für die Sicherung aller Programme und Daten auf einem Rechner empfiehlt Schuldt spezielle Backup-Programme für Windows beziehungsweise die in MacOs integrierte Backup-Lösung Timemachine. Damit lasse sich alles komplett auf einem neuen Computer spiegeln.

Empfehlenswert für Windows sei die Backup-Software Duplicati. Per Voreinstellung seien die Backups hier zunächst nicht verschlüsselt. Die Option Passwort-Verschlüsselung sollte daher aktiviert werden, rät Schüßler. Es gebe sie auch bei vielen anderen Programmen.

Windows selbst enthalte ebenfalls eine Funktion zur Sicherung des Systems. „Ich rate allerdings davon ab“, sagt Jan Schüßler. Die Funktion sei seit Windows 7 nicht weiterentwickelt worden.

Die Computerzeitschrift c‘t habe  ein eigenes Gratis-Werkzeug namens Wimage entwickelt, das Funktionen nutze, die schon in Windows 10 stecken. Damit lasse sich das komplette Hauptlaufwerk inklusive aller Einstellungen in einer Abbild-Datei sichern.  Generell rät Schüßler dazu, ab und an zu testen, ob das Backup noch funktioniert, ob die Daten also weiter abrufbar sind: „Wenn man einen anderen PC zur Hand hat, kann das dort ausprobiert werden.“

Wer gekaufte Programme übertragen will, besitzt in der Regel einen Registriercode, sagt Schuldt. Der sei häufig mit dem Rechner verknüpft, auf dem das Programm installiert ist. Deshalb müsse zunächst die Bindung der Software an den Computer aufgehoben werden, danach die Software auf dem neuen Rechner installiert und erneut mit dem Code registriert werden.

Auch der Umzug von Mails ist relativ einfach, sagt Schuldt. Denn in der Regel werden Mails über das sogenannte IMAP-Protokoll geschickt und versendet.IMAP ist ein Netzwerkprotokoll, das ein Netzwerkdateisystem für E-Mails bereitstellt. Bei IMAP lagerten die Originale immer auf dem Server des Anbieters. Richte der Verbraucher das Mailkonto auf dem neuen Computer ein, würden alle Mails und Ordner automatisch mit dem Server synchronisiert und nichts gehe verloren.

(dpa)