Bei Tempo 160 durchs Internet

Bei Tempo 160 durchs Internet

Ob Informationen über die aktuelle Verkehrslage oder Apps, die beim effizienten Fahren helfen – das Internet kann für Autofahrer hilfreich sein. Deshalb bieten viele Hersteller eine spezielle Technik für ihre Fahrzeuge an.

Wann beginnt das Gewitter? Schaffe ich es zur nächsten Tankstelle? Das sind Fragen, die sich Autofahrer häufig stellen. Die Antwort gibt es im Internet . Viele Fahrzeuge haben inzwischen Technik an Bord, mit der Fahrer und Passagiere auch unterwegs Netzzugang haben. Doch wie funktioniert der mobile Internetzugang? Was bietet er? Und stellt er eine Gefahr wegen der Ablenkung des Fahrers dar?

Was das Internet im Auto kann, ist von Marke zu Marke verschieden. Die Hersteller haben dafür eigene Systeme - BMW zum Beispiel ConnectedDrive oder Volkswagen Car-Net. Dienste, die den Fahrer über die aktuelle Verkehrs- oder Wetterlage informieren oder bei der Suche nach einer Tankstelle helfen, gebe es inzwischen von vielen Herstellern, erklärt Arnulf Thiemel vom ADAC . Volkswagen bietet eine App an, die beim spritsparenden Fahren helfen soll.

Die ersten ein, zwei Jahre nach dem Kauf seien die Angebote meist kostenlos, sagt Thiemel. Dann muss der Fahrer für den Service Gebühren zahlen.

Aber warum sollten die Passagiere nicht einfach über das Mobilfunknetz mit ihrem Smartphone im Internet surfen? "Sie können auf der Autobahn zwar auch normal mit ihrem Smartphone ins Internet gehen", sagt Thiemel. "Wegen der Abschirmung durch die Fahrzeugkarosserie klappt das aber nicht so gut." Nutzt man das eingebaute Mobilfunkmodul des Autos, läuft die Verbindung über eine Außenantenne ungestört. Im Inneren des Fahrzeugs baut das Modul einen drahtlosen Internetzugriffspunkt (Hotspot) auf, in den sich Passagiere mit ihren Geräten einwählen können. Hat das Auto die Hotspot-Technik nicht an Bord, lässt sie sich auch nachrüsten. Entsprechende Sets aus Mini-Router und Außenantenne kosten laut Thiemel etwa 250 Euro.

SIM-Karte fürs Auto

Für die Verbindung ins mobile Netz brauchen Autofahrer eine SIM-Karte. Gelegentlich lässt sich dafür das Smartphone verwenden. In den meisten Fällen muss aber eine neue SIM-Karte her. BMW baut sie bei seinem System ConnectedDrive fest ins Auto ein. Das sei aber eher die Ausnahme, sagt Thiemel. Fahrer müssen sich also selbst eine Karte besorgen und einen Vertrag mit einem Mobilfunk-Anbieter abschließen.

Unfallforscher Walter Niewöhner von der Prüforganisation Dekra sieht die Technik eher kritisch: "Das ist eine zusätzliche Ablenkung für den Fahrer". Unkritisch seien höchstens integrierte Dienste, die zum Beispiel die Navigation und das Radio ergänzen oder ersetzen. Das wissen natürlich auch die Hersteller. Viele Internetfunktionen lassen sich oft nur nutzen, wenn der Wagen steht. Andere Hersteller sperren solche Dienste nicht grundsätzlich, sondern schalten während der Fahrt auf Vorlesefunktionen und Sprachsteuerung um.