Baukästen für Web-Handwerker

Baukästen für Web-Handwerker

Keine Programme, kein HTML-Code: Wer heute eine Webseite bauen will, findet im Netz zahlreiche Baukastensysteme. Damit ist der eigene Webauftritt auch ohne Programmierkenntnisse möglich.

HTML, CSS oder JavaScript - an diesen Programmiersprachen kam man früher beim Erstellen einer Internetseite kaum vorbei. Heute ist das viel einfacher: Zahlreiche Onlinedienste bieten Baukastensysteme an, mit denen auch Nutzer ohne Vorkenntnisse ihre eigene Seite erstellen können - ohne eine Zeile selbstgeschriebenen Code. Dem persönlichen Internetauftritt oder der Webseite des Sportvereins steht so nichts mehr im Weg.

Während sich die meisten Unternehmen den Verzicht auf eine Webseite nicht leisten können, haben nach wie vor viele Privatpersonen keinen eigenen Netzauftritt. Dabei kann eine eigene Webseite auch für sie hilfreich sein, erklärt der Web-Berater Robert Brandl aus Dachau: "Sei es für Hobbyfotografen oder als Visitenkarte für den Karnevalsverein."

Zwei Baukastensysteme

Wer eine eigene Webseite baut, kann zwischen zwei Varianten für Baukastensysteme wählen, wie Robert Brandl erklärt. Plattformen wie wix.com gewähren sehr viel gestalteterische Freiheit: "Elemente wie Textblöcke und Bildergalerien können frei verschoben und angepasst werden." Doch er warnt gleichzeitig vor dieser Freiheit. Falls Anwender keinen Sinn für gute Gestaltung haben, können fertige Seiten schnell unübersichtlich aussehen. Einsteigern helfen deswegen Anbieter wie Jimdo, Weebly, Strato oder 1&1: Hier wird innerhalb einer Struktur gearbeitet. "Man kann einzelne Elemente wie Texte und Bildergalerien zwar verschieben, der Editor gibt aber vor, wo diese platziert werden können", so Brandl.

"Viele Anbieter locken mit Schnupperangeboten und kostenlosen Paketen", sagt Chip-Redakteur Dominik Hoferer. Für Neulinge sei es sinnvoll zu testen, ob man gut mit dem Anbieter zurechtkomme. Dazu zähle vor allem die Nutzerfreundlichkeit. "Am Ende muss man die Daten auf der Website selbst pflegen, weshalb man sich mit der Nutzung wohlfühlen und zurechtkommen sollte."

Homepage-Baukästen bieten bereits viele Funktionen und ständig kommen neue hinzu: "Wix und Weebly verfügen über App-Stores, die man dazu nutzen kann, Zusatzfunktionen auf seiner Webseite einzubauen", sagt Roland Brandl. Zum Beispiel ein Anmeldeformular für einen Newsletter, einen Veranstaltungskalender oder einen Bestellservice für Restaurants.

Gratis, aber nicht werbefrei

Wer nur eine private Homepage unterhalten will, könne das kostenlos tun. "Der Nachteil dabei ist allerdings, dass man auf eine eigene Domain verzichten muss und dass der Anbieter seine Eigenwerbung darauf schaltet", sagt Robert Brandl. Günstige werbefreie Angebote mit eigener Domain gibt es laut Brandl zwischen fünf und zehn Euro im Monat.

Hat man sich einmal für einen Anbieter entschieden und die Inhalte zusammengestellt, ist eine Seite schnell gebastelt. Aber Vorsicht: Je nachdem, was auf der Webseite zu sehen ist, gibt es rechtliche Vorgaben. Zum Beispiel, ob man ein Impressum auf der Seite veröffentlichen muss. "Eine Impressumspflicht für Webseiten besteht grundsätzlich für alle geschäftsmäßig angebotenen Telemedien", sagt der Rechtsanwalt Sebastian Telle von der Universität Oldenburg. Rein persönliche Seiten sind davon befreit. Auch die Datenschutzerklärung muss stimmen. Darin müssen Webseitenbetreiber laut des Portals irights.info erklären, welche Art von Daten von Besuchern in welchem Umfang erhoben werden. Die Seite irights.info informiert über Urheberrecht und andere Rechtsgebiete in der digitalen Welt.

wix.com

irights.info