Auf Kollisionskurs mit der Insektenwelt

Wie stark werden Flugzeugflügel bei Start und Landung von Insekten verschmutzt? Antwort auf diese Frage soll ein Tiefflug-Experiment geben. Seine Daten sind wichtig für die Entwicklung der nächsten Flugzeuggeneration.

 Wie viele Insekten prallen bei Start und Landung auf ein Flugzeug? Darum ging es bei diesem Tiefflug-Experiment in Magdeburg. Foto: DLR

Wie viele Insekten prallen bei Start und Landung auf ein Flugzeug? Darum ging es bei diesem Tiefflug-Experiment in Magdeburg. Foto: DLR

Foto: DLR

Magdeburg. Düsenmaschinen, die im Tiefflug über die Landschaft donnern, sind heute praktisch nur noch über militärischem Übungsgelände zu sehen. Der Flughafen Magdeburg bildete in diesem Sommer die Ausnahme. Dort unternahm das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt mehrere Dutzend Tests, bei dem ein Forschungsflugzeug vom Typ A320 in nur 15 Metern Höhe übers Flugfeld geschickt wurde. Der Airbus sollte bei seinen Tiefstflügen Insekten sammeln. Die Ingenieure wollten herausfinden, wie stark die Vorderkanten der Tragflächen bei Start und Landung von Insekten verschmutzt werden. Für einen heutigen Airbus ist das kein Problem, die ultraglatten Hightechflügel der nächsten Flugzeuggenerationen kann dieser Biofilm aus zermatschten Insekten aber durchaus beeinträchtigen. Bei diesen sogenannten Laminarflügeln strömt die Luft gleichmäßig und eng anliegend über fast die gesamte Oberfläche. Bei einem normalen Flügelprofil entstehen dagegen bereits an der Vorderkante Verwirbelungen, die Bremseffekte haben und dadurch Treibstoff kosten.

Ein Laminarflügel verspricht in der Theorie geringeren Luftwiderstand, gilt aber bei Düsenflugzeugen als eine extrem schwierige Konstruktion. Von Insekten verklebte Flügelvorderkanten würden den Treibstoffverbrauch erhöhen, so die DLR. Eine Lösung des Problems könne ein neuartiges Klappensystem bieten, für das bei den Magdeburger Flugversuchen Daten gesammelt werden sollten.

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