Auch soziales Netzwerk Facebook lässt Mitarbeiter Sprachaufnahmen hören

Aufnahmen aus dem Chatdienst abgehört : Auch bei Facebook hören Menschen mit

Facebook hat Mitarbeiter Aufnahmen von Nutzern aus seinem Chatdienst Messenger anhören und abtippen lassen. Betroffen waren laut Unternehmen nur Nutzer, die die Transkriptions-Funktion für Sprachnachrichten eingeschaltet hatten.

Aufgabe der Mitarbeiter sei gewesen zu prüfen, ob die Software die gesprochenen Sätze korrekt verstanden hatte. Die Nachrichten seien zuvor anonymisiert worden. Die Praxis sei vor mehr als einer Woche gestoppt worden, erklärte das Online-Netzwerk in der Nacht zum Mittwoch. Die Facebook-Praxis wurde durch einen Bericht des Finanzdienstes Bloomberg bekannt.

 In den vergangenen Wochen waren auch Amazon, Apple und Google in die Kritik geraten, weil sie Mitschnitte von Sprachassistenz-Software von Mitarbeitern auswerten ließen, ohne dass es den Nutzern bewusst war. Apple setzte zuletzt die Auswertung der Mitschnitte aus und versprach, sich künftig die ausdrückliche Erlaubnis dafür zu holen. Auch Google stoppte die Auswertung Anfang Juli. Amazon bietet Nutzern seit Kurzem die Möglichkeit, die Praxis zu unterbinden.

Facebook sieht sich seit Jahren mit Gerüchten über Abhörmaßnahmen – vor allem zum Zweck der personalisierten Werbung – konfrontiert. Das Unternehmen betonte bisher stets, der Konzern verarbeite Audio-Daten nur, wenn Nutzer die Erlaubnis dazu erteilt haben. Dass für die Transkriptions-Funktion Aufnahmen verarbeitet werden müssen, dürfte den Nutzern bewusst gewesen sein, dass in einigen Fällen auch Menschen sie zu hören bekamen, jedoch nicht.

Hunderte Beschäftigte bei externen Dienstleistern von Facebook hätten sich die Audioclips angehört, schrieb Bloomberg. Sie seien dabei im Unklaren darüber gelassen worden, unter welchen Umständen die Aufnahmen gemacht wurden und für welchen Zweck sie sie abtippen.

(dpa)
Mehr von Saarbrücker Zeitung