Auch ohne Google: Huaweis Smartphone-Absatz steigt trotz US-Sanktionen

Auch ohne Google : Huaweis Smartphone-Absatz steigt trotz US-Sanktionen

Die weitreichenden US-Sanktionen gegen Huawei haben Käufer von Smartphones des chinesischen Konzerns außerhalb seines Heimatlandes nach Berechnungen von Marktforschern bisher kaum abgeschreckt. Das Unternehmen kann zwar seine bisher produzierten Geräte nach wie vor mit Google-Diensten verkaufen und auch mit Aktualisierungen versorgen.

Marktforscher waren jedoch davon ausgegangen, dass die Unsicherheit über die Zukunft zu Absatzeinbrüchen führen könnte.

Im zweiten Quartal setzte Huawei außerhalb Chinas 25,3 Millionen Smartphones ab, wie aus Zahlen des Marktforschungsunternehmens Canalys hervorgeht. Ein Jahr zuvor waren es noch knapp 27 Millionen gewesen. Insgesamt konnte Huawei dank eines Nachfrageschubs im Heimatmarkt die weltweiten Verkäufe um 29 Prozent auf 66,8 Millionen Geräte steigern. In China stiegen die Verkäufe von Huawei-Smartphones Angaben von Canalys zufolge um rund zwei Drittel auf 41,5 Millionen.

In der globalen Rangliste rückte Huawei näher zum Marktführer und Konkurrenten, dem koreanischen Technikkonzern Samsung, auf, der seinen Absatz laut Canalys um elf Prozent auf knapp 79 Millionen Smartphones steigerte. Bei Apple als Nummer drei seien die Verkäufe um sieben Prozent auf 43,5 Millionen iPhones gesunken.

Huawei stellte im September sein neues Top-Modell Mate 30 vor, das wegen der US-Sanktionen ohne Google-Dienste wie Karten oder die Online-Verkaufsplattform Play Store auskommen muss. Der chinesische Konzern versucht, die Lücke mit einem eigenen App-System zu schließen. Branchenbeobachter sehen darin eine enorme Herausforderung. Auch der Softwarekonzern Microsoft war mit dem Versuch gescheitert, mit dem mobilen Betriebssystem Windows Phone eine Alternative zu Googles Android zu etablieren.

(dpa)
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