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Archäologen finden 6000 Jahre alten Krankheitserreger

Archäologen finden 6000 Jahre alten Krankheitserreger

Dass viele heutige Krankheiten keine Erscheinung der Moderne sind, zeigt eine Untersuchung der Uni Cambridge. Deren Forscher fanden bei der Untersuchung menschlicher Überreste aus 6000 Jahre alten Grabstätten das versteinerte Ei eines heute bestens bekannten Parasiten.

Bis zu 300 Millionen Menschen leiden heute weltweit an der Bilharziose, einer Krankheit, die durch Parasiten ausgelöst wird. Dieser Erreger, der in verunreinigtem Wasser vorkommt, plagt die Menschheit schon seit Jahrtausenden, berichten Forscher der Uni Cambridge. Schon in der Kupferzeit litten die Menschen im Norden des heutigen Syriens unter der Wurmkrankheit. Die Wissenschaftler entdeckten bei der Untersuchung 6200 Jahre alter Gräber ein Ei des Bilharziose-Erregers, so die Fachzeitschrift "The Lancet Infectious Diseases".

Die Biologen untersuchten 26 Skelette, die Archäologen in der prähistorischen Grabstätte Tell Seidan im Norden Syriens gefunden hatten. Sie nahmen Sediment aus der Beckengegend der Skelette unter die Lupe und fanden ein versteinertes Ei eines Saugwurms der Gattung Schistosoma, des Erregers der Bilharziose.

Ausgelöst wird die Krankheit durch Larven des Wurms, die sich in Süßwasser tummeln. Der Parasit dringt durch die Haut in den Körper eines Menschen ein und wandert später als ausgewachsener Wurm in Nieren, Blase und andere Organe. Dort legt er seine Eier ab, die über Urin oder Kot ausgeschieden und weiterverbreitet werden. Die Infektion, die sich in der Regel durch Blut im Urin äußert, kann langfristig zu Nierenversagen und Blasenkrebs führen. Neue Untersuchungen zeigten, dass der Parasit sich in Asien entwickelte und von dort in andere Regionen ausbreitete.

Von der Krankheit sind heute vor allem Menschen in den tropischen Regionen Asiens, in Afrika und in Lateinamerika betroffen. Erst kürzlich wurden auch Infektionen von Urlaubern bekannt, die in Korsika Ferien gemacht hatten.