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Apps, die der Forschung helfen

Unterstützung via App : Mein Handy hilft der Wissenschaft

Mit einem Smartphone und den richtigen Programmen kann sich jeder an Forschungsprojekten beteiligen.

Täglich erscheinen neue Apps, viele davon sind Spiele oder Programme für soziale Medien. Doch das Smartphone kann mehr als nur Unterhaltung. Diverse Anwendungen helfen zum Beispiel Forschern weltweit. Wer solche Programme nutzt, unterstützt mit seinen Daten die Wissenschaft. Die hier vorgestellten Programme sind alle kostenlos und sowohl für iOS- als auch für Android-Geräte erhältlich.

DreamLab Mit der App DreamLab kann die Rechenleistung von Smartphones für die Wissenschaft genutzt werden. Während der Besitzer schläft, berechnet das Gerät Daten für ein Forschungsprojekt aus Großbritannien. Wissenschaftler des Imperial College London untersuchen Lebensmittel. Sie wollen Inhaltsstoffe finden, die Krebs-Erkrankungen entgegenwirken. Außerdem suchen sie nach Medikamenten gegen das Coronavirus.

Diese Berechnungen werden möglich, weil die Rechenleistung des Netzwerks aus derzeit 725 000 Smartphones einem Super-Computer gleicht. So untersucht die App Milliarden von Kombinationen von Molekülen, die in Lebensmitteln und Medikamenten vorkommen.

Durch die App habe sich die Geschwindigkeit der Forschung verdoppelt, schreibt die Vodafone Stiftung, die die App entwickelt hat. Die Handybesitzer können entweder Datenvolumen ihres Vertrags spenden oder einfach das Programm im WLAN nutzen.
www.vodafone.com/dreamlab/germany

eBird Freizeit-Ornithologen können mit der App eBird sowohl die Forschung als auch den Naturschutz unterstützen. US-Wissenschaftler der Cornell Universität im Bundesstaat New York haben das Programm entwickelt. Die von Nutzern aufgenommenen Fotos sollen helfen, die Häufigkeit von Vogelarten zu bestimmen.

Diese Informationen können bei Entscheidungen zu Naturschutzgebieten benutzt werden. Die Datenbank steht jedem registrierten Nutzer offen. So profitieren Forscher weltweit von der App und jeder Nutzer kann die Erkenntnisse auf der Internetseite des Projektes nachverfolgen. Hier werden auch Forschungsergebnisse und Karten zur Verbreitung von Vogelarten vorgestellt.
www.ebird.org

Pl@ntNet Die App Pl@ntNet erlaubt es dem Benutzer, Pflanzen zu bestimmen. Die Fotos, die dabei entstehen, sorgen einerseits dafür, dass die Identifizierung genauer und sicherer wird. Andererseits sollen sie Biologen bei der Dokumentation der Artenvielfalt und ihrer Veränderung helfen.
https://plantnet.org

Animal Tracker Die App Animal Tracker ist eine Anwendung der Max-Planck-Gesellschaft. Sie ist Teil des Icarus-Projekts, bei dem derzeit über 4600 Wildtiere mithilfe von GPS-Sendern beobachtet werden. Im Programm verfolgt der Nutzer den aktuellen Standort und die Route jedes Tieres, das mit einem Sender ausgestattet ist. Damit Wissenschaftler das Verhalten der Tiere besser untersuchen können, müssen sie wissen, was diese machen. Der App-Nutzer soll dazu das Verhalten der Tiere beschreiben und Fotos machen, die in einer Datenbank gespeichert werden. Hunderte Forscher analysieren damit das Tierreich.

Im Rahmen des Icarus-Projektes werden Tiere auch aus dem All beobachtet: Von der Internationalen Raumstation ISS aus werden tausende Zugvögel, die kleine Sender tragen, in Europa, Russland und Nordamerika verfolgt.
www.icarus.mpg.de/de

Globe Observer Die Nasa hat die App Globe Observer entwickelt. Hiermit können die Anwender Forschungsprojekte durch Fotos und Standort-Daten unterstützen. Fotos von Wolken beispielsweise dienen der Klimaforschung. Ein weiteres Forschungsgebiet der App sind Wälder. Mit der Software kann das Wachstum der Pflanzen gemessen werden. Die Ergebnisse sind ein Indiz für die Gesundheit der Wälder. Dadurch kann beispielsweise vorausgesagt werden, wie viel CO2 durch Bäume aus der Atmosphäre aufgenommen wird.
https://observer.globe.gov/de

Corona Health Seit Juli gibt es die App Corona Health der Universität Würzburg. Bei dem Programm dreht sich alles um die körperliche oder psychische Gesundheit von Erwachsenen während der Corona-Pandemie. Auch die psychische Befindlichkeit von Jugendlichen wird untersucht.
www.corona-health.net