1. Leben
  2. Internet

Apps bringen Neulingen Musik bei – egal ob Gesang, Gitarre oder Klavier

Musik-Apps : Das Smartphone als Musiklehrer

Wer schon immer ein Instrument erlernen wollte oder gerne, aber nicht gut singt, kann seine Fähigkeiten mit kostenlosen Apps ausbauen.

Am Lagerfeuer ein paar Lieder spielen und singen zu können ist der Traum vieler und gar nicht so schwer. Regelmäßiger Unterrichter bei einem Musiklehrer erfordert dabei Zeit und kostet oft viel Geld. Beides hat nicht jeder. Einige Apps für das Smartphone können zumindest für Anfänger den Einstieg ins Musizieren erleichtern, oder Fortgeschrittene beim Üben unterstützen.

Gitarre Lernen Anfänger lite bietet auch in der kostenlosen Version der App eine gute Einführung für Neulinge. Es wird ausführlich erklärt, wie die Gitarre aufgebaut ist, wie man sie stimmt und wie das Instrument richtig gehalten wird. Zudem führt das Programm langsam an das Spielen der ersten Akkorde heran. Wer etwas mehr will, dazu können die komplizierten Moll-Akkorde gehören, Kurse zu Rhythmik oder spezielle Gitarrentechniken, muss 3,99 Euro für die Vollversion investieren. Grafiken und Lernvideos erleichtern das Üben. Die App gibt es für iOS- und Android-Geräte.

Weit mehr als ein Stimmgerät ist die App Guitar Tuna. Neben einer Akkorddatenbank, in der eine Grifftabelle hinterlegt ist und sich Nutzer anhören können, wie sie klingen sollen, gibt es nützliche Lernspiele zur Akkordlehre. Zudem ist ein Metronom in der Software eingebaut. In der Basisversion des Programms können das Stimmgerät und einige Spiele kostenlos genutzt werden. Für 4,99 Euro monatlich können im Abo-Modell zusätzliche Inhalte freigeschaltet werden. Für blutige Anfänger ist das Programm als einzige Lern-App nur bedingt geeignet, aber zum Nachschlagen und üben eine gute Ergänzung. Guitar Tuna ist im Apple App Store und dem Google Play Store erhältlich.

Nicht nur die Fingerfertigkeit, auch die Stimme will für den Lagerfeuerblues trainiert werden. Das geht etwa mit der App Vocaberry. Die Idee ist es, sich bekannte Lieder Stück für Stück zu erarbeiten. Zunächst werden nur einzelne Teile geübt, bestimmte Phrasierungen erlernt, Tonsprünge trainiert, am Ende wird der Song in voller Ausführung und dem richtigen Tempo gesungen. Dabei gibt Vocaberry Rückmeldung, ob die Töne stimmen und der Rhythmus eingehalten wurde. Dazu brauchen Nutzer ein Headset. Wermutstropfen: Die Auswertung des Programms ist oftmals fehlerhaft. Das kann an der Qualität des Mikrofons liegen. Wer also nicht professionell ausgestattet ist, kann nicht allzu viel auf die Rückmeldung von Vocaberry geben. Zudem gibt es bei der Bestimmung des eigenen Stimmumfangs, also der Frage, ob der Nutzer eher eine Alt oder Sopranstimme hat, beziehungsweise eher Bass oder Tenor ist, zu wenig Anleitung. Diese Einstellung, die ganz zu Beginn vorgenommen werden muss, bestimmt aber, in welcher Tonhöhe die Lieder letztlich geübt werden. Spaß macht das Programm dennoch.

Fortgeschrittene Musiker, die sich auch theoretisch fortbilden wollen, finden in der App Ear Master, was sie suchen. Anfänger brauchen schon ein großes Faible für Musiktheorie, um mit dem Programm etwas anfangen zu können. Neben musikalischer Gehörbildung können Musiker im Einsteigerkurs der App ihr Rhythmusgefühl trainieren, vom Blatt zu singen lernen und viel musiktheoretisches Wissen sammeln. Die ersten Übungen zu Tonhöhe und Rhythmus sind kostenlos. Wer alle Module des Einsteigerkurses und den Test am Ende freischalten will, kann das derzeit für einmalig 4,49 Euro tun. Es werden auch zusätzliche allgemeine sowie Jazz-Workshops angeboten. Die müssen aber extra gezahlt werden. Hier gibt es verschiedene Zahlungsvarianten, je nachdem, welche Inhalte Nutzer freischalten wollen. Die App ist derzeit nur für iOS-Geräte erhältlich.

Wer sich vor allem amüsieren will, für den kann die App Karaoke von Yokee eine Alternative sein. Die Auswahl an Songs ist sehr groß. Mit einem Headset können sich Sänger selbst aufnehmen und den eigenen Gesang mit Effekten verändern. Wer mutig ist kann seine Aufnahmen mit anderen Nutzern teilen oder gar mit ihnen ein Duett anstimmen. Nutzen kann man die App und Karaoke-Songs kostenlos, es wird allerdings nach etwa jedem dritten Song Werbung gezeigt. Wer die loswerden will, sich die eigenen Aufnahmen anhören möchte oder plant VIdeos mit anderen zu teilen, der braucht ein Abo. Dann schlägt das Programm mit monatlich 19,99 Euro oder 106,99 Euro im Jahr zu Buche. Sieben Tage lang kann das Programm kostenlos getestet werden. Karaoke ist für iOS und Android erhältlich.