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Apple und Google fit für 5G-Mobilfunk

Neue Smartphone-Generation : Apple und Google fit für 5G-Mobilfunk

Vier neue iPhone 12-Modelle und das Pixel 5 kommen auf den Markt. Am auffälligsten ist die schnellere Datenverbindung.

Jetzt ist es soweit. Lange ersehnt und später als erwartet stellt Apple seine neue iPhone-Generation der Weltöffentlichkeit vor. Einige Wochen zuvor hatte bereits Google seine neuen Pixel-Smartphones angekündigt. Auffälligste Neuheit: Beide Hersteller setzen auf die schnelle Mobilfunkgeneration 5G. Google geht mit dem neuen Pixel 5G und dem verbesserten Pixel 4 5G an den Start, Apple kontert mit vier Modellen der iPhone 12-Generation.

iPhone 12: Alle vier Modelle des neuen iPhone 12 sind für die neue Mobilfunkgeneration 5G gerüstet. Unter perfekten Bedingungen seien damit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 3,5 Gigabit pro Sekunde erzielt worden, teilte der Konzern  mit. Das Apple-Telefon bekomme nach drei Jahren auch ein verändertes Design, es sei wieder etwas kantiger, wie zuletzt die iPhone-5-Modellreihe. Erstmals würden die Telefone auch ohne Ladegerät und Ohrhörer in der Verpackung verkauft.

Apple treibt zugleich die Abgrenzung zwischen einem Standard-iPhone und der Pro-Version mit mehr Technik-Innovationen voran. Schon bisher hatten die teureren Pro-Geräte unter anderem mit einem Teleobjektiv eine Kamera mehr. Beim iPhone 12 Pro setze Apple zusätzlich eine Bildstabilisierung um, bei der statt der Objektiv-Linsen der Sensor schwankt, um Erschütterungen auszugleichen. Die Pro-Modelle könnten auch besonders kontrastreiche Videos mit HDR-Technologie aufnehmen und bearbeiten. Für Fotografen entwickelte Apple ein eigenes RAW-Format, das für Profis wichtige reichhaltige Lichtinformationen mit Software-Bildbearbeitung verbindet.

 Beim neuen Pixel 5 Smartphone von Google fehlt der Radarsensor zur Gestensteuerung.
Beim neuen Pixel 5 Smartphone von Google fehlt der Radarsensor zur Gestensteuerung. Foto: dpa-tmn/Google

Die Pro-iPhones bekämen zusätzlich, wie zuvor schon das iPad Pro,  einen Laserradar (LiDAR), der unter anderem für sogenannte erweiterte Realität (Augmented Reality) nützlich sein kann. Dabei würden auf dem Bildschirm digitale Inhalte mit der realen Umgebung vermischt. Das iPhone 12 Pro gebe es wie bisher in zwei Größen. Die Bildschirme seien aber nun noch etwas erweitert worden. Von 5,8 auf 6,1 Zoll beim kleineren Modell und von 6,5 auf 6,7 Zoll beim Pro Max. Den Startpreis belasse Apple bei 1120 Euro beziehungsweise 1217,50 Euro für die größere Version.

Als Standard-Version gibt es neben dem iPhone 12 mit 6,1-Zoll-Display für 876 Euro nun auch ein Mini-Modell mit einem 5,4 Zoll großen Bildschirm für rund 780 Euro. Andere Anbieter wie Samsung schneiden ihre Modellreihen ähnlich zu.

Das Display-Glas des iPhone 12 soll dank Nanotechnologie deutlich widerstandsfähiger sein als bisher, wie Apple ankündigte. Ein neues Objektiv-System solle die Qualität von Fotos bei schlechten Lichtbedingungen verbessern. Darüber hinaus würden die Bilder wie inzwischen üblich, mithilfe von Software aufgebessert.

Die neue Generation der Apple-Telefone war wegen der Corona-Krise nicht wie sonst üblich im September präsentiert worden.

Um das iPhone mit dem schnelleren 5G-Datenfunk ausstatten zu können, musste Apple rechtliche Hürden aus dem Weg räumen. Nach einem langen Patent-Konflikt mit dem Modem-Spezialisten Qualcomm konnte der iPhone-Hersteller eine außergerichtliche Einigung erzielen.

Das iPhone 12 und das iPhone 12 Pro werden bereits ab 16. Oktober zur Vorbestellung angeboten und am 23. Oktober ausgeliefert. Das iPhone 12 mini und das iPhone 12 Pro Max folgen erst am 6. November mit der Vorbestellung und am 13. November mit der Auslieferung.

Pixel-Smartphones: Auch Google bringt erstmals 5G-fähige Pixel-Smartphones auf den Markt. Außerdem hat das Unternehmen ein neues Chromecast-Gerät fürs TV-Streaming mit Fernbedienung und einer neuen Google-TV-Oberfläche angekündigt. Die Pixel-Telefone orientieren sich preislich nun überraschend an der gehobenen Mittelklasse. Für das neue Topmodell Pixel 5 werden 630 Euro fällig, teilte das Unternehmen mit. Das vergleichbare, aber ein wenig schlechter ausgestattete Pixel 4a 5G solle 500 Euro kosten. Die Vorgängermodelle Pixel 4 und Pixel 4 XL hatte der Internetkonzern noch zu Oberklasse-Preisen von 750 beziehungsweise 1000 Euro angeboten.

Technisch müssten Käufer trotzdem auf nichts verzichten. Einziges Manko: Der Radarsensor zur Gestensteuerung sei passé. In beiden Smartphones arbeite Qualcomms Snapdragon-Prozessor 765G, und es gebe jeweils 128 Gigabyte (GB) Hauptspeicher, der sich nicht erweitern lasse. Beide Smartphones arbeiteten mit dem Betriebssystem Android 11.

Auch das Dual-Kamerasystem sei bei beiden Telefonen dasselbe: Eine lichtstarke, optisch stabilisierte Zwölf-Megapixel-Hauptkamera, der ein 16-Megapixel-Sensor mit Ultraweitwinkeloptik zur Seite stehe. Den bei den Vorgängern bereits beeindruckenden Nachtsichtmodus der Kamera hat Google erweitert. Er lasse sich jetzt auch auf Porträtfotos bei schlechten Lichtverhältnissen anwenden.

Die Unterschiede zu den Vorgängern liegen im Detail. Das nahezu randlose OLED-Full-HD-Display messe beim Pixel 4a 5G 6,2 Zoll. Beim Pixel 5 sind es dagegen sechs Zoll, aber mit 90-Hertz-Bildrate. Auch die Unterschiede bei Akku und Arbeitsspeicher würden gering ausfallen: Beim Pixel 5 sind es 4080 Milliamperestunden (mAh) und acht GB RAM, beim kleineren Modell 3885 mAh und sechs GB RAM.

Entscheidender dürfte für viele Nutzer sein, dass nur das Pixel 5 drahtlos geladen werden könne und gegen Wasser und Staub geschützt sei. Auf der anderen Seite habe nur das Pixel 4a 5G eine Kopfhörerbuchse. Wer einen Kopfhörer per Kabel an das Pixel 5 anschließen möchte, müsse zu einem Adapter für die USB-C-Buchse greifen.

Das Pixel 5 soll ab sofort und das Pixel 4a 5G im November in den Handel kommen.