Alles aus einer Hand

Kombitarife verbinden mehrere Leistungen eines Anbieters. Manche Kunden können dadurch jeden Monat Geld sparen, werben die Anbieter. Aber die Pakete lohnen sich nicht für jeden.

Wer im Internet nach neuen Handy-Tarifen sucht, stößt schnell auf sogenannte Kombitarife. Dahinter stecken Pakete aus zwei oder mehr Tarifen für Mobilfunk, Festnetz und manchmal auch für den Fernsehempfang. Oft gibt es viel Leistung bei relativ hoher Grundgebühr. Und das lohnt sich nur, wenn der Umfang aller Einzelleistungen auch wirklich benötigt und ausgenutzt wird.

Preisnachlass für Kunden

Kombitarife gibt es etwa von O2, Telecolumbus/Primacom, Telekom, Unitymedia, Vodafone oder 1&1, aber auch von vielen Anbietern, die nur regional aktiv sind. "Es geht um eine stärkere Kundenbindung und weniger Verwaltungsaufwand für die Unternehmen", erläutert Gerrit Cegielka von der Verbraucherzentrale Bremen die Motive der Anbieter. Der Kombi-Kunde bekommt dafür oft einen Preisnachlass. "Bei Kombi-Verträgen kann man in der Regel mit Vergünstigungen von durchschnittlich zehn Euro pro Monat rechnen", sagt Falko Hansen vom Telekommunikationsportal "Teltarif.de".

Ob Kombitarife aber unterm Strich Geld sparen, hängt von der Nutzung ab. Oft ist es günstiger, sich die Tarife einzeln zusammenzustellen, sagt Miriam Rusch-Rodosthenous von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Nur wer weiß, was er wirklich braucht, kann passende Tarife und günstige Anbieter finden. Einen guten Anhaltspunkt liefern alte Rechnungen, rät Rusch-Rodosthenous. "Der Einzelverbindungsnachweis zeigt, wie viel man telefoniert, wie viele SMS pro Monat man schreibt und wie hoch der monatliche Verbrauch des Datenvolumens ist."

Natürlich müsse man auch prüfen, ob der Wunschanbieter die jeweiligen Leistungen überhaupt am Wohnort erbringen kann. Dazu bieten die meisten Anbieter Abfrageseiten für Stadt und Straße. "So sieht man auf einen Blick, welches Datenvolumen und welche Internet-Geschwindigkeit am Wohnort beziehbar sind", erläutert Thomas Grund, Projektleiter bei der Stiftung Warentest .

Nach Auffassung von Cegielka sind Kombitarife grundsätzlich nicht schlecht. "Nur wenn die Technik nicht funktioniert, sind unter Umständen mehrere Leistungen betroffen", warnt er. Laufen Festnetz , Internet und Fernsehen beispielsweise über ein einziges Kabel, können sie gleichzeitig ausfallen. Und wer die Rechnung nicht zahlen kann, gefährdet unter Umständen die gesamte Leistung. "Dann hat man gar keinen der Dienste mehr", sagt Grund. Bei Einzelverträgen könnten Verbraucher in Notzeiten einzelne Leistungen reduzieren.

Vorsicht vor Lockangeboten

"Verbraucher sollten sich nicht von Lockangeboten beeindrucken lassen", warnt Verbraucherschützer Cegielka. Es komme häufiger vor, dass ein monatlicher Grundpreis nicht für die gesamte Laufzeit von 24 Monaten gilt, sondern etwa nur für 12 Monate. Danach steigen die Kosten auf den für den Tarif normalen Grundpreis an. Es lohne sich also, die Vertragsbedingungen zu studieren.