AfD will im Wahlkampf Meinungsroboter einsetzen

AfD will im Wahlkampf Meinungsroboter einsetzen

Social Bots erzählen Witze, reden übers Wetter oder äußern ihre politische Meinung wie scheinbar ganz normale Internetnutzer. Mit ihrer Hilfe können Parteien versuchen, Trends in sozialen Netzwerken zu setzen, die die Meinung vieler Menschen beeinflussen können. Auch die AfD will Social Bots nutzen.

Die AfD will im Bundestagswahlkampf 2017 nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" Software-Roboter einsetzen, mit denen automatisiert Botschaften in sozialen Netzwerken verbreitet werden können. "Selbstverständlich werden wir Social Bots in unsere Strategie im Bundestagswahlkampf einbeziehen", sagte Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel. "Gerade für junge Parteien wie unsere sind Social-Media-Tools wichtige Instrumente, um unsere Positionen unter den Wählern zu verbreiten."

Meinungsmache im Netz

Social Bots sind kleine Programme, die als gefälschtes Nutzerkonto ihr Unwesen in sozialen Netzwerken treiben. So können massenhaft Einträge bei sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook automatisch generiert werden, die so aussehen wie Beiträge von menschlichen Nutzern. Zuletzt hatte im US-Wahlkampf vor allem Präsidentschaftskandidat Donald Trump Rückendeckung durch Bots erhalten. Nach einer Studie der Oxford University wurde nach der ersten TV-Debatte am 26. September mehr als jeder dritte Tweet, der Trump-unterstützte, von einem Software-Roboter abgesetzt.

Angela Merkel hatte jüngst bei einer Veranstaltung der Jungen Union einen Schulterschluss der Parteien angeregt, um gemeinsam gegen den Einsatz von Social Bots zu kämpfen. Derlei Absprachen über eine gemeinsame Linie gebe es allerdings "bislang nicht", erklärt CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der den Einsatz von Bots für die eigene Partei ausschließt. Bei der SPD würde man damit auf offene Ohren stoßen: "Die sozialen Medien werden in unserem Wahlkampf eine wesentliche Rolle spielen. Aber den Einsatz von Bots lehnen wir ab", sagt SPD-Generalsekretärin Katarina Barley. Auch Linke und Grüne sagten dem "Spiegel", sie würden auf Social Bots im Wahlkampf verzichten.

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