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Katwarn
55 0000 Saarländer wünschen Warnmeldungen aufs Handy

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Symbolfoto FOTO: Rolf Vennenbernd / dpa
Saarbrücken. Von Katja Sponholz, dpa Als eines der ersten Bundesländer hat das Saarland vor einem Jahr das Bevölkerungswarnsystem Katwarn eingeführt. Große Katastrophenmeldungen waren bislang jedoch nicht nötig.

Saarbrücken (dpa/lrs) - Knapp 54 000 Saarländer haben die App Katwarn auf ihrem Smartphone geladen. Weitere 1000 lassen sich per SMS informieren, falls es in ihrer Region unerwartete Gefahrensituationen oder Unwetter gibt. Möglich macht dies das Bevölkerungswarnsystem Katwarn, das im Saarland vor einem Jahr in Betrieb genommen wurde. Seitdem kann das Innenministerium Warnungen über Gefahrenlagen wie Großbrände, Bombenfunde, Naturkatastrophen, Unfälle in kerntechnischen Anlagen oder Terroranschlägen direkt auf die Handys der Bürger senden und auch entsprechende Verhaltenshinweise geben.



„Große Warnfälle - insbesondere im Kontext des Kernkraftwerkes Cattenom, wie damals in der Pressemitteilung als denkbares Szenario benannt - sind glücklicherweise nicht eingetreten“, bilanzierte Katwarn-Sprecher Niklas Reinhardt vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (Fokus) in Berlin. Aber „klassische Gefahrensituationen“ wie etwa ein Großbrand am 2. August im Landkreis Saarlouis seien regulär bekannt gemacht worden.

Auch das Innenministerium als oberste Katastrophenschutzbehörde ist erleichtert, dass es bisher keine Notwendigkeit gegeben hat, Systeme wie Katwarn auszulösen, wie Sprecher Markus Tröster mitteilte. Unwetterwarnungen, die in der Zuständigkeit des Deutschen Wetterdienstes (DWD) lägen, würden regelmäßig unter anderem über Katwarn herausgegeben. Wunsch der Gefahrenabwehrbehörden ist es laut Tröster, „dass etablierte Warn-Apps, wie beispielsweise Katwarn, die Notfallinformations- und Nachrichten-App des Bundes (NINA) oder auch die Warnwetter-App des DWD (WarnWetter) weitere Verbreitung finden und von möglichst vielen Menschen genutzt werden“.

Nach Auskunft von Niklas Reinhardt ist Katwarn mit mehr als 2,5 Millionen Nutzern das verbreitetste Warnsystem für Apps in Deutschland. Nach Hamburg, Berlin und Rheinland-Pfalz war das Saarland das vierte Bundesland, in dem das Alarmsystem flächendeckend in Betrieb genommen wurde. Hessen folgte landesweit im Juli dieses Jahres. Außerdem ist es in mehr als 80 Landkreisen und kreisfreien Städten im Einsatz und seit Juni auch das Landeswarnsystem der Republik Österreich.

„Schwere Unglücksfälle sind zum Glück selten, und ich hoffe, dass es uns erspart bleibt, Katwarn im Ernstfall anwenden zu müssen“, hatte die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) bei der Einführung gesagt. „Aber ich halte es für einen Riesenvorteil, wenn wir die Bürger dann sehr gezielt und genau informieren können.“ Das Saarland investiert dafür - nach den 15 000 Euro für die Einführung - jährlich 3000 Euro für den Betrieb.



(dpa)