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Rohrbach Aktuell
In Rohrbach lebt die Fasenacht

Die Stampesstrampler des RCV „Die Stampesse“ treten nicht nur auf der Frauensitzung (Foto) des Vereins auf, sondern im gesamten südwestdeutschen Raum.
Die Stampesstrampler des RCV „Die Stampesse“ treten nicht nur auf der Frauensitzung (Foto) des Vereins auf, sondern im gesamten südwestdeutschen Raum. FOTO: Cornelia Jung
Man könnte meinen, die Fasenacht ist in Rohrbach zuhause. Bei rund 7000 Einwohnern gibt es in dem St. Ingberter Ortsteil mit der „Stampesse“ und der Karnevalsgesellschaft „dann wolle ma emol“ zwei Fastnachtsvereine. Cornelia Jung

Die beiden Karnevalsvereine, RCV und KG, machen im Ort die fünfte Jahreszeit zu dem, was sie ist – dem närrischsten Teil vom Jahr. Sie dominieren das Fastnachtsgeschehen und stellen jedes Jahr Programme auf die Beine, die manch anderen Verein erblassen lassen. Bei der Stampesse setzt man auf hochkarätige Showacts, die nicht nur aus den eigenen Reihen kommen, bei der „dann wolle ma emol“ steht eher die traditionelle Fastnacht mit eigener Garde, Büttenreden, Mariechen und einer eigenen Show mit den „Sandmännchen“ im Vordergrund. Der RCV „Die Stampesse“ ist beinahe so etwas wie ein traditionelles Familienunternehmen, bei dem jeder seinen Platz hat.


Seit 1978 gibt es „dann wolle ma emol“, die ihr Publikum jedes Jahr mit Bewährtem begeistern, sich aber auch immer wieder neu erfanden.

So kamen „Jungen Wilden Grazien“ hinzu, seit neun Jahren hat die KG ein Männerballett, das in diesem Jahr unter dem Motto „Heidewitzka Herr Kapitän, Rohrbacher Fasenacht is scheen“ tänzerisch in See stach. Neuestes Aushängeschild ist die Majorettes-Gruppe „Feuerwerk“, die es seit 2017 gibt und in dieser Session ihre Premiere bravourös bestanden hat.



Und was wäre die Rohrbacher Fastnacht ohne die Geierfrauen, die zwar seit 17 Jahren nur vergleichsweise kurz den Weg aus ihrem „Nest“ finden, um an Weiberfastnacht das Rohrbacher alte Rathaus zu stürmen, aber das Ortsoberhaupt dafür um so heftiger piesacken. In diesem Jahr lieferten sich Geierfrau Roswitha und der Ortsvorsteher Roland Weber das Wortgefecht, bei dem letzterer, sehr zur Freude der Rohrbacher, als Kapitän den Anker lichtete, die Waffen streckte und als „Amtsenthobener“ den Rohrbacher Narren zum Feiern in die Rohrbachhalle folgte. Seit über 80 Jahren gibt es  den beliebten Lumpenumzug an Rosenmontag, den die Kahlebergfreunde und die Geierfrauen unterstützen. Rohrbach kann feiern und bewahrt so seine Traditionen.⇥Cornelia Jung