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Klimawandel: In der Arktis wird das Eis knapp

Klimawandel : In der Arktis wird das Eis knapp

(np) Die Eisfläche der Arktis ist im September auf eine Größe von 4,7 Millionen Quadratkilometern abgeschmolzen, berichten Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts und der Unis Bremen und Hamburg. Das entspricht etwa der Fläche aller EU-Staaten. 2016 hatten die Forscher eine Eisbedeckung von 4,1 Millionen Quadratkilometern errechnet. Der Negativrekord hatte 2012 rund 3,4 Millionen Quadratkilometer betragen. Vor vier Jahrzehnten war die Eisfläche noch doppelt so groß.

Das Meereis der Arktis gilt als Frühwarnsystem für die globale Erwärmung. Lars Kaleschke von der Uni Hamburg: „Die Größe der Meereisfläche unterliegt zwar natürlichen Schwankungen, der langfristige abnehmende Trend ist aber eindeutig.“ Die Forscher errechnen die Eisbedeckung aus Satellitendaten.

Nicht nur die Größe der Eisschicht, auch ihre Dicke spielt eine Rolle. Nach Flugzeugmessungen mit Laserscannern errechnen die Forscher, dass das Eis in der Framstraße zwischen Grönland und Spitzbergen mit 1,7 Metern etwa 50 Zentimeter dicker als im Jahr 2016 ist. Die aktuellen Werte lägen allerdings um 30 Prozent unter denen, die 2001 und 2004 gemessen wurden, erklärt das Alfred-Wegener-Institut.