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Strom vom eigenen Dach

Strom vom eigenen Dach

Die Sonne scheint kostenlos. Und ihre Energie ist unermesslich. Ein wenig davon lässt sich für das Heizen der Räume und des Warmwassers im Haus nutzen. Daher sind Solaranlagen auf dem Dach oder an der Fassade ein Weg zur Nutzung erneuerbarer Energien für das Haus.

Die Kraft der Sonne lässt sich auf zwei Arten im Haus nutzen: für die Stromerzeugung mit Photovoltaikanlagen und für die Warmwasserbereitung sowie Unterstützung der Heizung mit Solarthermieanlagen. Diese natürliche Ressource gilt als einer der wichtigsten Bausteine der Energiewende.

Für Anlagen zur Warmwasser-Bereitung genügt eine Kollektorfläche von drei bis sieben Quadratmetern. Soll die Heizung unterstützt werden, sind sieben bis 15 Quadratmetern nötig. Stromanlagen mit sogenannten mono- und polykristallinen Siliziummodulen können laut dem Bundesverband Solarwirtschaft auf etwa sechs Quadratmetern ein Kilowatt-peak erwirtschaften. Eine Fläche von 30 Quadratmetern und mit einer Leistung von fünf Kilowattpeak ist für einen Vier-Personen-Haushalt sinnvoll. Für große Anlagen eignen sich auch Dünnschichtmodule. Sie sind pro Kilowattstunde häufig günstiger, brauchen allerdings dafür mehr Platz.

Ab circa 6000 Euro gibt es laut BSW-Solar eine komplett installierte Anlage. Diese waren lange ein gutes Geschäft, weil Besitzer den Strom zu guten Preisen ins Netz einspeisen konnten. Die Vergütung wurde aber nach und nach stark gesenkt. Stand heute: 12,3 Cent pro Kilowattstunde, Tendenz fallend, informiert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer von BSW-Solar. Die Sätze werden teils quartalsweise gesenkt. Zum Vergleich: Eine Kilowattstunde vom Energieversorger kostet knapp 30 Cent.

"In der Regel rechnen sich die Anlagen heute vor allem über den Eigenverbrauch an Strom", erklärt Alexander Knebel von der Agentur für Erneuerbare Energien. Einer Rechnung des Marktforschungsinstituts EuPD Research zufolge steigt die Rendite bei den Anlagen abhängig vom Eigenverbrauch. Wenn 15 Prozent des Solarstroms selbst genutzt werden, liegt die Rendite bei 2,9 Prozent. Bei 25 Prozent Verbrauchsquote steigt die Rendite auf 4,7 Prozent. Hausbesitzer sollten daher den Eigenverbrauch ausreizen, also etwa die Waschmaschine dann anschalten, wenn die Sonne scheint. Ohne einen Stromspeicher ist insgesamt eine Eigenverbrauchsquote von bis zu 30 Prozent erreichbar, mit Batteriespeicher deutlich mehr.

Die Kosten einer Anlage zur Warmwasserbereitung liegen nach Angaben der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) bei circa 4000 bis 5000 Euro mit Flachkollektoren und 5000 bis 6000 Euro mit Röhrenkollektoren. Eine Anlage zur Heizungsunterstützung kostet 9000 bis 12 000 Euro.

Wenn der Wärmebedarf sehr hoch ist und es keine geeigneten Flächen für die Kollektoren gibt, macht es wenig Sinn, so der VZBZ. Ist das Haus so gut gedämmt, dass es nur einen geringen Wärmebedarf hat, könnte sich eine Anlage eher lohnen.