Spezialkatheter kann Blutgerinnsel aus verstopfter Arterie holen

Berlin. 264 sogenannte Stroke Units zählt die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) in Deutschland. Sie sind darauf spezialisiert, bei Schlaganfall-Patienten den Verschluss einer lebenswichtigen Arterie aufzulösen.

Wenn die Behandlung dort spätestens vier Stunden nach dem Verschluss einer Arterie beginnt, können die Ärzte vielen Patienten helfen. Doch gerade bei den besonders großen Gerinnseln gerät dieses Verfahren an Grenzen, berichtet die Schlaganfall-Gesellschaft. In diesen Fällen setzen die Notfallmediziner heute die Technik der sogenannten endovaskulären Thrombektomie ein, bei der mit einem Spezialkatheter der Blutpfropf aus einer verstopften Hirnarterie herausgezogen wird, so Professor Darius Nabavi von der DSG.

In Deutschland ereignen sich nach Angaben der Stiftung Schlaganfallhilfe ungefähr 270 000 Anfälle im Jahr. Die DSG schätzt, dass jährlich ungefähr 10 000 Patienten mit dem neuen Behandlungsverfahren geholfen werden könnte. Sie sieht deshalb darin eine dringend benötigte Ergänzung für besonders schwer betroffene Schlaganfallpatienten. Die neue Methode verlange allerdings eine besondere Ausstattung einer Stroke Unit. Sie setze außerdem eine besondere Ausbildung des medizinischen Personals voraus, so die DSG.

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