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Tipps gegen Schimmel
So hat Schimmel keinerlei Chance

 Auf rissigen Fliesenfugen kann sich leicht Schimmel bilden. Oberflächlicher Befall lässt sich noch wegputzen.
 Auf rissigen Fliesenfugen kann sich leicht Schimmel bilden. Oberflächlicher Befall lässt sich noch wegputzen. FOTO: dpa-tmn / Franziska Gabbert
Oberaurach/Korbach. Silikonfugen dichten das Mauerwerk ab und müssen immer gut in Schuss sein. Mit richtiger Pflege lässt sich Schimmel vermeiden.

() In Fliesenfugen in Bad und Küche sammelt sich mit der Zeit Schmutz, oft entsteht so auch Schimmel. Um das zu verhindern, sollte etwa die Dusche direkt nach der Verwendung mit einem trockenen Tuch abgewaschen werden, empfiehlt Sachbuchautorin Nadine Schubert. Das Tuch sollte sauber sein, ebenso wie Wischwasser, das in die Fugen eindringt. „Schmutziges Wasser hinterlässt nach dem Verdunsten Schmutzpartikel“, erläutert Anne Mitschulat vom DHB-Netzwerk Haushalt aus Korbach nahe Kassel. Ihr Tipp: neue oder gut gereinigte Fugen imprägnieren. „Die Imprägnierung überzieht die Fuge mit einem hauchdünnen wasserabweisenden Film.“


Mitschulat empfiehlt, keine Mittel einzusetzen, die das Material angreifen. „Ausgewaschene Fugen sind schwer sauber zu halten. Wasser und Mikroben können dadurch in das Klebebett der Fliesen eindringen und sie so lockern.“ Schubert setzt auf drei Mittel: Waschsoda, Zitronensäure und Essigessenz. „Sie sind günstig und umweltfreundlich und reichen für dauerhafte Sauberkeit in Bad und Küche völlig aus. Auf ätzende Putzmittel kann getrost verzichtet werden.“

Bei zementhaltigen Fugen seien allerdings Zitronen- oder verdünnte Essigsäure, die oft auch in flüssigen Badreinigern enthalten sind, nur mit Vorsicht einzusetzen: Der Kitt besteht aus porösem, saugfähigem Mörtel und ist aufgrund seines Kalksteinanteils säureempfindlich, warnt Mitschulat. „Bei säurehaltigen Reinigungsmitteln sollten die Fugen unmittelbar vorher mit Leitungswasser genässt werden, um ein Eindringen des Reinigungsmittels in die Fugen zu vermindern.“ Auch sollten diese Mittel maximal fünf Minuten einwirken und anschließend mit klarem Leitungswasser abgewaschen werden.



Besonders auf rissigen Fliesenfugen kann sich leicht Schimmel bilden – vor allem wenn das Wasser nicht oder nur schlecht abläuft. Schubert entfernt Schimmel mit einer Mischung aus Zitronensäure und Spülmittel, mit der sie die Fugen abbürstet und anschließend nachspült. Darüber hinaus nimmt sie zweimal im Jahr eine Grundreinigung mit einem Dampfreiniger vor: „Fliesen und Fugen sprühe ich zunächst großzügig mit dem selbst gemachten Badreiniger ein, dann geht es dem Schmutz mit dem heißen Wasserdampf an den Kragen.“

Mitschulat empfiehlt, vom Schimmel befallene Stellen in den Fugen mit einem organischen säurefreien Schimmelentferner zu besprühen oder sie mit 70-prozentigem Isopropanol oder mit 80-prozentigem Spiritus zu behandeln. „Ist der Schimmel sehr hartnäckig, dann kann man auch mit viel Vorsicht mit einem Wattestäbchen ein sogenanntes hypochlorithaltiges Reinigungsmittel auftragen“, erklärt die Expertin. „Diese Mittel sollte man allerdings mit Vorsicht und nach Vorschrift anwenden und sie nicht mit säurehaltigen Reinigungsmitteln zusammenbringen, da sich sonst Chlorgas bilden kann.“ Oberflächlich mit Schimmel befallene Silikonfugen lassen sich laut dem Fachverband Fliesen und Naturstein mit chlorhaltigen Mitteln reinigen.

Ist das Silikon innerlich mit Schimmel befallen oder beschädigt, ist ein Austausch unumgänglich. „In der Küche und überall dort, wo die Fläche nicht stark feuchtigkeitsbelastet ist, kann ein geübter Heimwerker dies auch durchaus selbst übernehmen“, sagt Steffen Mohl vom Fachverband Fliesen und Naturstein. Die alte Fuge müsse man mit einem Tapeziermesser herausschneiden und Reste mit Spezialreiniger beseitigen. Die Schnitttiefe sollte allerdings nicht bis auf die Unterkonstruktion gehen. „Bei der Neuverfugung ist darauf zu achten, dass das Silikon nicht mit dem bloßen Zeigefinger glatt gezogen wird, sondern mit einem speziellen Spachtel oder einem Gummihandschuh“, rät der Experte.

Bei der Erneuerung alter Zementfugen komme es auf die Feuchtigkeit des Raums an: Ist er nur wenig feucht, könne man die Fugen mit einem Winkelschleifer mindestens drei Millimeter tief herausschleifen, den Staub entfernen und anschließend neu verfugen. Anders sieht es in der Dusche aus. Das gelte insbesondere dann, wenn deren Boden gefliest ist. „Beim Versuch, eine defekte Fuge zu reparieren oder alte Fugen zu erneuern, besteht für Ungeübte die Gefahr, versehentlich die Unterkonstruktion zu beschädigen“, erklärt Mohl. In einem solchen Fall müsste der gesamte Duschbereich inklusive Untergrund und Verfliesung erneuert werden. Aus diesem Grund sollte hier der Profi ran.

Wer Fliesenfugen nicht nur flicken, sondern den gesamten Fliesenspiegel erneuern will, dem empfiehlt Mohl moderne kunststoffvergütete Fugenmassen: „Die neuen Hochleistungsfugen besitzen sehr dichte, glatte Oberflächen, die bei richtiger Pflege nicht nur fleckunempfindlich sind, sondern auch dauerhaft schimmelfrei bleiben.“

(dpa)