| 20:02 Uhr

Wühlmäuse richtig bekämpfen
Mit Ködern auf die Mäusejagd

Wühlmäuse können im Garten große Schäden anrichten.
Wühlmäuse können im Garten große Schäden anrichten. FOTO: dpa-tmn / Hilke Segbers
Bonn. Wühlmäuse im Garten lassen sich am besten am Frühjahrsanfang bekämpfen.

() Wühlmäuse fressen die Wurzeln von jungen Bäumen und Sträuchern an und zerstören Blumenzwiebeln und Wurzelgemüse. Den größten Erfolg bei der Bekämpfung haben Hobbygärtner zu Beginn des Frühjahrs oder im späten Herbst, erklärt der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Die Tiere litten dann unter Nahrungsmangel und nehmen Fraßköder besonders gut an. Die Wühlmaus stehe nicht unter Naturschutz und dürfe bekämpft werden. Bevor Hobbygärtner die Fallen aufstellen oder andere Maßnahmen ergreifen, sollten sie sich aber sicher sein, dass der Besucher im Garten kein Maulwurf ist. Denn er stehe unter Naturschutz und dürfe höchstens vertrieben werden. Problematisch sei die Unterscheidung vor allem, weil die Wühlmaus gerne alte Gänge der Maulwürfe übernimmt.


Beide Tiere legen ein weitläufiges Gängesystem im Boden an. Mit der sogenannten Verwühlprobe lässt sich herausfinden, welches Tier darin aktiv ist, erläutert der Pflanzenschutzdienst. Dafür wird der Boden neben den Erdauswürfen kreisförmig mit einem Stab abgetastet. Sinkt dieser ruckartig ein, hat man einen Gang gefunden. Diesen mit einem Spaten auf einer Länge von 20 bis 30 Zentimetern freilegen, eine Möhre in beide Enden stecken und abwarten. Der Maulwurf wird unterhalb des geöffneten Bereiches einen neuen Gang anlegen, ihn also unterwühlen. Die Wühlmaus wird die Möhre eher annagen und den Gang erneut verwühlen. Es gebe außerdem noch weitere Hinweise. Die Haufen der Maulwürfe endeten etwa unter einem Erdhaufen. Die Gänge der Wühlmäuse liegen hingegen neben den Erdhaufen, deren Form unregelmäßiger und niedriger sei als die der Maulwürfe. Die Erde sei feiner und mit Pflanzenresten vermischt.

 Experten raten am ehesten zu Fallen, sie seien unter den Bekämpfungsmethoden am effektivsten. Auch Köder und Mittel zur Begasung eigneten sich. Wirkungslos sei der Einsatz von Pflanzen, die die Tiere nicht mögen. Das gelte auch für Klappermühlen, Windräder und Geräte mit Ultraschallerzeugung, erklärt die Landwirtschaftskammer. Wer den Tieren nichts tun möchte, sollte daher seine Pflanzen vor deren Heißhunger schützen, indem die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern sowie die Blumenzwiebeln beim Anpflanzen in spezielle Körbe aus Draht oder Kunststoff gesteckt werden.

(dpa)