Mietrückstand: Mieter kann wegen Depression nicht gekündigt werden

Urteil : Mietrückstand wegen Depression

Ist ein Mieter aufgrund einer Depression erheblich in der Bewältigung seines Alltags eingeschränkt und kann er auch finanzielle Angelegenheiten so gut wie gar nicht selbst klären, so darf der Vermieter ihm auch bei einem Mietrückstand von mehr als fünf Monatsmieten nicht die Wohnung kündigen, entschied das Landgericht Kassel.

Zwar handele es sich um eine „erhebliche Pflichtverletzung“, Miete nicht zu bezahlen. Es fehle hier aber das nötige Verschulden des Mieters. Die Depression und die folgende Berufsunfähigkeit „entschuldigen“, dass nicht gezahlt werden konnte. Im konkreten Fall war der Mieter in intensiver ärztlicher und psychologischer Betreuung. (LG Kassel, 1 S 170/15)

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