Marktwert einer Immobilie hängt auch vom sozialen Umfeld ab

Vor dem Immobilien-Kauf das Umfeld analysieren : In jeder Lebensphase anders wohnen

Menschen verändern meist mehrmals im Leben ihr Wohnverhalten. Damit auch jeweils das Glück mit einzieht, sollte man einiges beachten.

Erst klein und zentral, dann ländlich und mondän, danach wieder kleiner und gut angebunden: Da sich die Bedürfnisse an eine Immobilie über die verschiedenen Lebensphasen eines Menschen hinweg ändern, empfehlen Experten, beim Kauf vor allem darauf zu achten, wie sich der Marktwert der Immobilie entwickelt. Hier empfiehlt es sich auch, genau das Umfeld der Immobilie und die Lage mit zu analysieren, etwa nach den Kriterien: Wie sieht die Verkehrsanbindung aus, wie die Versorgung mit Lebensmitteln durch benachbarte Supermärkte, sind Ärzte und Apotheken in der Nähe, liegt die Immobilie in einem ruhigen oder belebten Viertel? Vor dem Kauf einer Immobilie sollte man einen Experten hinzuzuziehen, der gemeinsam einen realistischen Preis für die Immobilie mit ermittelt.

Die wenigsten Menschen wohnen ihren Lebtag lang in der gleichen Immobilie, Bedürfnisse und persönliche Lebensverhältnisse ändern sich im Laufe der Zeit. Im Durchschnitt wechselt ein Deutscher im Laufe seines Lebens viermal die Liegenschaft. Auch bei Eigentum geht der Trend nicht zuletzt wegen der zunehmend geforderten Mobilität im Erwerbsleben zur Lebensabschnittsimmobilie. „Wer zum richtigen Preis kauft und verkauft, kann selbst nach Abzug der immer höheren Kaufnebenkosten veritable Renditen realisieren“, erklärt Peter Sarta, Verkaufsleiter bei Mr. Lodge.

Ein wichtiger Aspekt ist der Wiederverkaufsfaktor der Immobilie. Je besser die Lage und je näher die Lebensabschnittsimmobilie an den Marktbedürfnissen, desto höher ist auch die Nachfrage – und damit der mögliche Marktwert. Sehr individuelle Objekte indes schränken oftmals den Käuferkreis ein. „Das einfache Reihendoppelhaus oder die gewöhnliche Eigentumswohnung spricht meist einen größeren Käuferkreis an als das Penthouse oder auch das Architektenhaus“, weiß Sarta.

Auch bei der Immobilie selbst gilt der Grundsatz: besser in die Lage und die Bausubstanz investieren als in eine teurere Küche, einen begehbaren Kleiderschrank oder eine Sauna. „Geschmäcker und Moden in Bezug auf die Ausstattung ändern sich, klassische werttreibende Faktoren wie Bausubstanz oder Lage indes setzen mehr auf Wertstabilität und bringen damit mehr Rendite ein“, weiß Sarta. Käufer sollten in ihrer Entscheidung auch die künftige Entwicklung der Mikrolage bedenken. Ist in der Nähe eine neue S-Bahn-Station geplant oder steht die letzte Busverbindung vor der Einstellung? Wo befinden sich jetzt und in Zukunft Bildungseinrichtungen oder Einkaufszentren?

Mit der Familiengründung ändern sich die Wohnbedürfnisse. Damit das neue Domizil nicht zur Doppelbelastung wird, sollte das bisherige Heim parallel veräußert werden. So solle man beim Immobilienwechsel, bedingt durch einen neuen Lebensabschnitt, schon frühzeitig an den Verkauf denken. „Eigentümer unterschätzen die Zeit, die von der Vorbereitung bis zur tatsächlichen Transaktion der vier Wände vergeht. Durch die Unterstützung von Profis bei der Vorbereitung und Durchführung des Verkaufs lassen sich die Transaktionszeiten oft deutlich verringern“, erklärt Sarta. Wer durch einen Experten bereits in Erfahrung bringen konnte, welcher Preis für das Eigenheim realistisch ist, kann besser mit Blick auf die künftige Immobilie planen.

Die wenigsten Eigentümer machten sich Gedanken über die Unterlagen und das richtige Zeitmanagement. Auch deshalb sei es ratsam, einen Makler in alle Überlegungen einzubeziehen. „Ein professioneller Makler übernimmt neben der Bewertung und Präsentation der Immobilie zudem Dienstleistungen, die zur Aufwertung und Inszenierung beitragen wie ein technischer Service oder 360 Grad-Panorama-Fotografie“, erklärt der Experte. Der Makler behalte den Überblick. Angefangen bei einer realistischen, marktgerechten Wertermittlung über die professionelle Vermarktung bis zur juristisch einwandfreien Transaktion. „Wer einen angemessenen Preis für seine Immobilie erhalten möchte, sollte die Bewertung auf keinen Fall ausschließlich selbst vornehmen“, warnt Sarta.

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