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Dämmung selber machen
Einfaches Projekt für Heimwerker

Beim Dämmen der Kellerdecke müssen Rohre rundherum verkleidet werden.
Beim Dämmen der Kellerdecke müssen Rohre rundherum verkleidet werden. FOTO: dpa-tmn / Klaus-Dietmar Gabbert
Stuttgart/Wiesbaden. Viele Arbeiten zur energetischen Sanierung des Hauses müssen von Profis erledigt werden. Eine Kellerdecke zu dämmen gehört nicht dazu: Diese Arbeit kann der Hausbesitzer selbst in die Hand nehmen. Katja Fischer

() Kalte Füße im Wohnzimmer können oft ein Indiz dafür sein, dass die darunter liegende Kellerdecke nicht genügend gedämmt ist. Vor allem in älteren Häusern wurde beim Bau auf diesen Wärmeschutz verzichtet. Dadurch geht wertvolle Heizenergie verloren. Nachträgliches Dämmen lohnt sich fast immer.


In Neubauten gehört eine gedämmte Kellerdecke zum Standard. „Sie ist erforderlich, um die energetischen Anforderungen an die gesamte Gebäudehülle zu erfüllen“, erklärt Andreas Köhler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Im Bestand ist das anders. „In einem älteren Einfamilienhaus braucht niemand seine Kellerdecke zu dämmen, wenn er das nicht möchte. Aber in den meisten Fällen wäre das durchaus sinnvoll.“

Das Einsparpotenzial liegt laut Energieexperte Köhler bei fünf bis zehn Prozent, je nachdem, wie groß die Fläche der Kellerdecken ist. Thomas Weber vom Verband Privater Bauherren geht von sieben Prozent Einsparung in bisher nicht gedämmten Gebäuden aus. „Das Dämmen der Kellerdecke ist energetisch etwa gleichwertig mit dem Austausch alter Fenster gegen energieeffiziente Modelle.“



Bei Kosten von 30 bis 50 Euro pro Quadratmeter geht die Hessische Energiesparaktion jedoch davon aus, dass diese Investition sich meist erst in 14 bis 18 Jahren amortisiert. Dafür bringe die Dämmung auch einen Komfortgewinn: Der Fußboden darüber wird als wärmer empfunden. 

„Im Vergleich zu anderen Energieeinsparmaßnahmen handelt es sich um eine vergleichsweise günstige Investition, die unkompliziert umzusetzen ist“, erklärt Köhler. Auch Weber sagt: „Es ist eine der wenigen Arbeiten am Haus, die relativ einfach in Eigenleistung möglich ist.“ Sie kann unabhängig von Witterungsverhältnissen das ganze Jahr über ausgeführt werden.

Dazu werden auf glatten Oberflächen Dämmplatten befestigt. „Die Befestigung muss auf das Dämmmaterial abgestimmt sein“, erklärt Köhler. Leichte Platten aus Polystyrol lassen sich kleben, schwerere Materialien wie Holzfaserdämmplatten müssen unter Umständen in der Decke verdübelt werden. Weber ergänzt: „Es ist wichtig, dass die Dämmung auf der gesamten Fläche Kontakt zum Untergrund hat, sonst wirkt sie nicht optimal.“ Gibt es also an dem Übergang zur Wand Unebenheiten oder führen Rohre an der Decke entlang, müssen die Hohlräume vollständig mit Dämmstoff ausgefüllt werden.

Bei größeren Unebenheiten kommt eine abgehängte Decke infrage, in deren Hohlräume Mineralfasern oder Zellulose kommen. Man kann die Kellerdecke auch von oben dämmen. Beim Dämmen des Bodens im Erdgeschoss sollte eine mindestens fünf Zentimeter dicke Schicht verwendet werden, rät die Hessische Energiesparaktion. Sogenanntes extrudiertes Polystyrol oder Polyurethan habe hier die beste Dämmwirkung.

Wichtig sei außerdem, auf Türhöhen zu achten. „Wird eine Fachfirma hinzugezogen, muss diese nach den anerkannten Regeln der Technik arbeiten“, sagt Weber. Das bedeutet, dass bei der Dämmung unter der Kellerdecke laut Energieeinsparverordnung der Wärmedurchgangskoeffizient, auch U-Wert genannt, maximal 0,3 Watt pro Quadratmeter und Kelvin erreichen darf. Um einen Zuschuss von der KfW-Förderbank zu bekommen, darf der U-Wert sogar nur 0,25 Watt pro Quadratmeter und Kelvin betragen.

„Der Bauherr hat die Wahl zwischen natürlichen, mineralischen und synthetischen Materialien“, erklärt Köhler. Platten mit einem niedrigeren Wärmeleitwert können in geringerer Dicke verarbeitet werden. „Das ist gerade im Keller wichtig, der oft eine geringe Raumhöhe hat. Würde man dort eine zwölf Zentimeter starke Dämmschicht aufbringen, könnten größere Menschen in ihrem Keller gar nicht mehr aufrecht stehen“, erläutert Köhler. Die Hessische Energiespar-Aktion empfiehlt sechs bis acht Zentimeter Dämmstärke.