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Immobilienpreise im Saarland: Hier sind Immobilien am günstigsten und teuersten

Immobilien-Preise : Studie: Hier sind Immobilien im Saarland am teuersten – und hier am günstigsten

Die Unsicherheit bei Menschen, die sich eine Immobilie kaufen möchten, ist derzeit groß. Wohin entwickeln sich die Preise, wohin entwickeln sich die Zinsen? Und wo sind Immobilien am teuersten? Das sagen aktuelle Auswertungen im Saarland.

Die Zinsen für einen Immobilienkauf sind wieder leicht gesunken. Das geht aus einer Auswertung der Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 9/2022) hervor. Demnach lägen die Bauzinsen im Test derzeit bei 2,59 Prozent. Mit denselben Eingangsdaten hätten die Tester noch im Juni mehr als drei Prozent Zinsen bezahlen müssen. Das sei damit der erste Rückgang seit Februar.

Doch wie entwickeln sich parallel die Immobilienpreise? Mit den steigenden Zinsen wurde erwartet, dass die Preise für Häuser und Wohnungen zumindest nicht mehr stark ansteigen. Eine Auswertung des Immobilienportals Scoperty für das zweite Quartal 2022 ergab nun, dass ein Quadratmeter einer Immobilie im Saarland im Schnitt 1723 Euro kostet und damit zwei Prozent mehr als im ersten Quartal. Den stärksten Preisanstieg habe es demnach in Quierschied gegeben – mit rund fünf Prozent.

Scoperty: Preise für Immobilien im Saarland leicht angestiegen

Im Saarland seien die Preisrückgänge, die in anderen Bundesländern im ersten Halbjahr schon angekommen sind, bisher kaum zu spüren, heißt es seitens Scoperty. Die Angaben von Scoperty beruhen auf Schätzwerten auf Basis öffentlich zugänglicher Daten. Das Portal selbst ist deswegen umstritten.

Doch auch der Immobilienverband IVD kam im Juli zu einer ähnlichen Einschätzung. „Der Anstieg der Bauzinsen, die Energiekrise und die eminent gestiegenen Baukosten haben einen deutlich dämpfenden Effekt auf die Immobilienpreise. So rechnen wir nach der Konsolidierung bei den Wohnungsmieten damit, dass auch die Kaufpreise für Bestandsimmobilien kaum mehr steigen werden“, sagt Burkhard Blandfort, Vorsitzender des IVD West.

Das Portal Immoscout 24 erkennt sogar einen leichten Preisrückgang – allerdings nur für Häuser. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt demnach im zweiten Quartal 2022 bei 2346 Euro. Das ist ein Rückgang von 0,9 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2022. Der Preis für Wohnungen ist dagegen angestiegen. Um 2,4 Prozent auf 1756 Euro pro Quadratmeter. Einen Durchschnittswert für alle Immobilien gibt das Portal nicht an. Die angegebenen Daten basieren unter anderem auf den Immobilienanzeigen des Portals.

Hauskauf: Das sind die teuersten Lagen im Saarland

Das Saarland bleibt allerdings eines der günstigsten Bundesländer für den Immobilienkauf. Allerdings gibt es regional deutliche Unterschiede.

Die günstige Region ist laut Scoperty der Landkreis St. Wendel. Im zweiten Quartal des Jahres liege der geschätzte Quadratmeter dort bei rund 1.432 Euro. Die günstigste Gemeinde des Landes liege hingegen im Regionalverband Saarbrücken: In Großrosseln kostet der Quadratmeter demnach nur rund 1.294 Euro. Und das, obwohl der Regionalverband Saarbrücken laut Studie teurer als die anderen Kreise ist.

Die Immobilienportale Immoscout 24 und Immowelt sehen Saarbrücken hingegen nur auf Rang zwei der teuersten Kreise.

Noch etwas teurer sind demnach Häuser im Saarpfalz-Kreis. Aber auch, wer sich eine Immobilie in Perl kaufen möchte, muss mit hohen Kaufpreisen rechnen. Das geht auch aus einer Studie des IVD hervor. Demnach seien in der Grenzregion bei Neubauten Quadratmeterpreise um die 4000 Euro möglich. Laut Scoperty-Zahlen ist Perl sogar am teuersten im Saarland. Am günstigsten ist bei allen Portalen der Landkreis St. Wendel.

Wie die Entwicklung am Immobilienmarkt weitergeht, ist laut „Finanztest“ nicht abzusehen. Käuferinnen und Käufer sollten sich deshalb auch weiterhin mehrere Kreditangebote verschiedener Banken und Sparkassen einholen, um sich möglichst günstige Zinsen zu sichern.