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Immobilien – So haben sich die Preise für Wohnungen in den Großstädten entwickelt

Immobilienpreise 2022 : Wie sich die Kaufpreise für Wohnungen in Saarbrücken und in den deutschen Großstädten entwickelt haben

Die Kaufpreise in den teuersten deutschen Städten sind innerhalb von 12 Monaten nur moderat gestiegen. Kommt es nun zu einem Ende des Immobilienbooms?

Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen sind in vielen deutschen Großstädten innerhalb der vergangenen 12 Monaten erneut gestiegen. In den teuersten Städten haben sich die Angebotspreise allerdings nur noch moderat erhöht. Dies zeigt ein Vergleich der Angebotspreise von Eigentumswohnungen in 69 ausgewählten deutschen Großstädten im jeweils 1. Halbjahr 2022 und 2021 von Immowelt.

Kaufpreise in Saarbrücken erhöhen sich nur moderat

Die Zuwächse in München (+3 Prozent), Hamburg (+6 Prozent), Frankfurt (+3 Prozent) und Freiburg (+6 Prozent) waren geringer als die Inflationsrate. Auch in der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken war der Zuwachs mit Plus 3 Prozent moderat. Die Großstädte mit stärkstem prozentualem Preissprüngen waren Bochum (+21 Prozent), Solingen (+20 Prozent) sowie Chemnitz, Lübeck, Mönchengladbach und Mühlheim (je 19 Prozent).

Veränderung der Angebotspreise von Eigentumswohnungen in Großstädten im Überblick*

  • Aachen: + 13 Prozent
  • Augsburg. + 10 Prozent
  • Berlin: + 6 Prozent
  • Bielefeld: + 11 Prozent
  • Bochum: +21 Prozent
  • Bonn: + 7 Prozent
  • Braunschweig: + 1 Prozent
  • Bremen: + 1 Prozent
  • Darmstadt: - 1 Prozent
  • Dortmund: + 11 Prozent
  • Dresden: + 9 Prozent
  • Düsseldorf: + 5 Prozent
  • Frankfurt am Main: + 3 Prozent
  • Freiburg im Breisgau: + 6 Prozent
  • Göttingen: + 12 Prozent
  • Hamburg: + 6 Prozent
  • Hannover: + 4 Prozent
  • Karlsruhe: + 7 Prozent
  • Kassel: + 10 Prozent
  • Kiel: + 15 Prozent
  • Köln: + 5 Prozent
  • Leipzig: + 7 Prozent
  • Lübeck: + 19 Prozent
  • Magdeburg: + 13 Prozent
  • Mainz. + 15 Prozent
  • München: + 3 Prozent
  • Nürnberg: + 10 Prozent
  • Rostock: + 6 Prozent
  • Saarbrücken: + 3 Prozent
  • Stuttgart: + 7 Prozent
  • Trier: + 12 Prozent
  • Wiesbaden: + 8 Prozent
  • Würzburg: + 8 Prozent

Quadratmeterpreis von Bestandswohnungen in Saarbrücken liegt bei 2.240 Euro

In München etwa stieg der Quadratmeterpreis von Bestandswohnungen in einem Jahr lediglich um 3 Prozent - von 9.190 Euro auf 9.500 Euro. Auch in Saarbrücken stieg dieser Preis um 3 Prozent - von 2.180 Euro auf 2.240 Euro. Insgesamt lag der prozentuale Preisanstieg bei Eigentumswohnungen in 16 von 69 untersuchten Großstädten unter der Inflationsrate von 6,7 Prozent im selben Zeitraum. Zu stärkeren Preissprüngen kam es dagegen vor allem in günstigen Großstädten.

Ende des Immobilienbooms in den hochpreisigen Städten

Neben München verzeichnen Eigentumswohnungen auch in anderen Metropolen nur noch moderate Preisanstiege. In Hamburg haben sich Bestandswohnungen innerhalb von 12 Monaten um 6 Prozent verteuert. Vor einem Jahr zahlten Wohnungskäufer in der Hansestadt noch 6.380 Euro für den Quadratmeter, aktuell sind es 6.760 Euro. In Frankfurt (+3 Prozent) und Berlin (+6 Prozent) lag der prozentuale Zuwachs innerhalb eines Jahres ebenfalls unter der Inflationsrate von 6,7 Prozent.

Auch in mehreren hochpreisigen Großstädten mit weniger als 500.000 Einwohnern fällt der Anstieg der Wohnungspreise vergleichsweise moderat aus. In Freiburg kletterte der Quadratmeterpreis für Bestandwohnungen um 6 Prozent auf aktuell 5.770 Euro. In Regensburg verteuerte sich Wohneigentum ebenfalls um 6 Prozent. Etwas höher sind die Zuwächse dagegen in Heidelberg (+8 Prozent), Potsdam und Augsburg (jeweils +10 Prozent).

Günstige Großstädte mit deutlicheren Preissprüngen

Deutliche Preisanstiege gab es in den letzten 12 Monaten vor allem in den günstigen Großstädten - ein Trend, der bereits in den vergangenen Jahren zu beobachten war. Am stärksten fällt die prozentuale Verteuerung in Bochum aus, wo sich der Quadratmeterpreis von Eigentumswohnungen um 21 Prozent erhöht hat und aktuell bei 2.510 Euro liegt. Auch in Solingen (+20 Prozent) und Mönchengladbach (+19 Prozent) sind die Angebotspreise für Bestandswohnungen innerhalb eines Jahres deutlich gestiegen.

Zinsanstieg, hohe Inflation und Unsicherheit durch Krieg in der Ukraine sorgen für Abflachen der Preiskurven

Allerdings sind die Preisanstiege in vielen untersuchten Großstädten zum Großteil noch auf die letzten Monate des Jahres 2021 zurückzuführen. Dagegen haben der Zinsanstieg für Baudarlehen, die hohe Inflation sowie die Unsicherheiten durch den Krieg in der Ukraine zuletzt vielerorts für ein deutliches Abflachen der Preiskurven gesorgt. Vor allem aufgrund der gestiegenen Zinsen ist Wohneigentum in vielen Städten für Normalverdiener nicht mehr leistbar, was in einer sinkenden Nachfrage resultiert. Im 2. Quartal dieses Jahres sind deutschlandweit die Anfragen für Kaufimmobilien, die bei Immowelt inseriert wurden, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent gesunken.

* Analyse von Immowelt, in der die Angebotspreise von Eigentumswohnungen (75 Quadratmeter, 3 Zimmer, 1. Stock, Baujahr 1990er-Jahre) in ausgewählten deutschen Großstädten im jeweils 1. Halbjahr 2022 und 2021 verglichen wurden