Herzinfarktstudie zeigt: Wer gut informiert ist, lebt länger

Herzinfarktstudie zeigt: Wer gut informiert ist, lebt länger

Herzinfarktpatienten, die über die Symptome gut Bescheid wissen, kommen früher in die Klinik als der Durchschnitt. Sie haben bessere Chancen, den Infarkt zu überleben, zeigt eine Studie.

In jedem Jahr sterben in Deutschland über 55 000 Menschen an einem Herzinfarkt. Die Zahl der Opfer könnte viel niedriger sein, wenn mehr Menschen über die typischen Anzeichen des Infarktes informiert wären und sofort den Rettungsdienst alarmieren würden, erklärt die Deutsche Stiftung für Herzforschung.

Die Münchner Medea-Studie, bei der 486 Infarktpatienten - drei Viertel von ihnen waren Männer - untersucht wurden, zeige, dass Patienten, die gut über die Symptome informiert seien, in der Regel deutlich früher in die Klinik kämen als der Durchschnitt, so der Leiter der Studie, Professor Karl-Heinz Ladwig vom Klinikum rechts der Isar der TU München .

Gut informierte Männer seien im Schnitt 168 Minuten nach den ersten Symptomen im Krankenhaus gewesen. Bei Patienten ohne Vorwissen habe es 276 Minuten gedauert. Bei Frauen liegen die Werte bei 189 Minuten (mit Vorwissen) und gegenüber 262 Minuten (ohne Vorwissen).

Die Studie habe auch gezeigt, wie wichtig die Aufklärung über untypische Infarktsymptome ist. Ein Herzinfarkt müsse sich nicht immer mit einem Engegefühl in der Brust und minutenlangen starken Brustschmerzen bemerkbar machen, die in andere Körperregionen ausstrahlen. Auch ein Brennen, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot und Schmerzen im Oberbauch und Angstschweiß bei kalter, fahler Haut können darauf hinweisen.

Die Herzinfarkt-Stiftung bietet einen neuen Ratgeber "Was tun im Notfall?" mit einer Übersicht aller Alarmzeichen an. Er kann kostenfrei telefonisch (0 69/95 51 28-400) oder per Mail unter bestellung@herzstiftung.de angefordert werden.

herzstiftung.de/Anzeichen- Herzinfarkt.html

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