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Preis für Heizöl: Experten rechnen mit dieser Entwicklung

Experten-Tipp : Heizöl jetzt kaufen oder warten? Mit dieser Preisentwicklung rechnet Energieverband

Kein Öl mehr aus Russland: Was bedeutet ein Embargo für Wirtschaft und Verbraucher in Deutschland?

Die Heizölpreise sind massiv gefallen. Viele Kunden fragen sich, ob sie jetzt Heizöl kaufen oder auf weiter fallende Preise spekulieren sollen. Der Verband für Energiehandel Südwest hat eine klare Empfehlung.

Update vom 19. Dezember: Wochenlang fielen die Heizölpreise nahezu ungebremst. Wer daher auf eine weitere Verbilligung von Heizöl spekulierte, dem dürfte nun ein böses Erwachen drohen, denn die Kurve steigt wieder nach oben. Bereits am 5. Dezember hat der Verband für Energiehandel mitgeteilt, dass man nicht mit weiter fallenden Preisen rechne. Diese Prognose scheint sich gegenwärtig zu bestätigen. Nachdem 100 Liter Heizöl der Standardqualität am 11. Dezember noch 115,10 Euro gekostet haben, notiert der Kurs nun 124,60 Euro.

„Mit ein Faktor ist hier derzeit sicherlich auch die hohe Auslastung des Handels. Lieferzeiten von mehreren Wochen sind an der Tagesordnung. Regional muss sogar mit Wartezeiten bis März gerechnet werden“, sagt Josef Weichslberger, Geschäftsführer beim Ölmarkt-Portal „Fastenergy

Heizöl jetzt kaufen oder warten? Energieverband spricht Klartext

Erstmeldung vom 7. Dezember: Das ist eine erfreuliche Nachricht für viele Menschen im Saarland: Heizöl ist so billig wie lange nicht mehr. Mit 117,97* Euro pro 100 Liter markiert der Heizölpreis einen neuen Tiefstand seit Beginn des Ukrainekrieges. Laut Verband für Energiehandel Südwest-Mitte werden im Saarland 37 Prozent der Wohnungen mit Öl beheizt, das entspricht rund 110 200 Wohnungen. Viele Kunden fragen sich, ob sie jetzt Heizöl kaufen sollten – der Verband spricht nun Klartext.

Heizölpreise im Saarland pro 100 Liter (Stand: 7. Dezember)*:

  • Saarbrücken: 117,31 Euro
  • Völklingen: 117,25 Euro
  • Sankt Ingbert: 117,25 €
  • Homburg: 117,38 €
  • Neunkirchen: 117,14 €
  • Saarlouis: 116,98 €

Nach Angaben des französischen Energieunternehmens TotalEnergies SE (*täglicher Durchschnittspreis für eine 3000 Liter Standard-Heizöl-Lieferung).

Öl-Embargo und Preisdeckel

Seit dem 5. Dezember ist das Embargo gegen russisches Öl seitens der Europäischen Union (EU) und ihrer G7 Partner in Kraft. Es wird befürchtet, dass durch die vermehrte Nachfrage nach nicht-russischem Öl der Weltmarktpreis für Rohöl ansteigt. Ein steigender Rohölpreis würde die Energiekrise weiter zuspitzen und folglich die Verbraucher durch höhere Sprit- und Heizölpreise weiter belastet.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Mit dem ab heute gültigen <a href="https://twitter.com/hashtag/Preisdeckel?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Preisdeckel</a> (60$/barrel) und <a href="https://twitter.com/hashtag/Embargo?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Embargo</a> auf Russisches <a href="https://twitter.com/hashtag/Oel?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Oel</a> haben die <a href="https://twitter.com/hashtag/G7?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#G7</a> Stellung bezogen. Trotz abzuwartender Bewertung durch Marktteilnehmer empfehlen wir jetzt eine Heizölbestellung, wenn der Vorrat langsam zur Neige geht. <a href="https://twitter.com/hashtag/Heizen?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Heizen</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/Heizoel?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Heizoel</a></p>&mdash; VerbandEnergiehandel (@VEH_Energie) <a href="https://twitter.com/VEH_Energie/status/1599757719342227456?ref_src=twsrc%5Etfw">December 5, 2022</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Damit dieses Szenario nicht eintritt, begrüßt die EU, wenn Großabnehmer wie etwa Indien weiter russisches Öl beziehen, jedoch zu weniger profitablen Bedingungen für Präsident Putin. Um den Ölpreis künstlich günstig zu halten, hat die Koalition aus EU und G7 daher einen Ölpreisdeckel von 60 Dollar pro Barrel eingeführt. Am Dienstag, 6. Dezember, fiel der Preis sogar unterhalb des Preisdeckels auf 57,27 Euro. Das Ziel des Westens Russland zu zwingen, Öl künftig deutlich billiger anzubieten, trägt scheinbar Früchte.

Heizöl jetzt kaufen? Das sagen Experten

Ob der Preisverfall für russisches Rohöl anhält, ist fraglich. Wie sich die Verbraucherpreise für Benzin und Heizöl entwickeln werden, darüber sind sich auch Experten uneins. Auf SZ-Anfrage macht der ADAC Saarland klar, dass Preissprünge von der Reaktion Russland abhängig sind. Folglich hätte ein Verkaufsverbot an Länder, die sich am Preisdeckel halten, Auswirkungen auf den Spritpreis. Zudem sei auch die Reaktion anderer großer Länder wie China oder Indien, die einen großen Teil des russischen Erdöls abnehmen entscheidend.

Nicht zuletzt das am 5. Februar in Kraft tretende EU-weite Importverbot für verarbeitete Produkte wie Diesel oder Kerosin aus Russland, wird die Preise in Deutschland sehr wahrscheinlich wieder ansteigen lassen. Vor diesem Hintergrund legt sich der Verband für Energiehandel fest und empfiehlt Verbrauchern via Twitter „jetzt eine Heizölbestellung, wenn der Vorrat langsam zur Neige geht“. Auch Ölmarkt-Experte Weichslberger, legt sich fest: „Wer noch für diesen Winter nachtanken muss, sollte mit der Bestellung nicht zu lange warten“.

Außerdem sollten Heizöl-Kunden lange Lieferzeiten miteinkalkulierten. Aufgrund der preisbedingten steigenden Nachfrage müssen Verbraucher nach wie vor mehrere Wochen warten – so auch bei „Heizöl Siebenpfeiffer“ in Saarbrücken. Nach Unternehmensangaben erfolgt eine Lieferung innerhalb von 28. bis 35. Werktagen nach Bestellung.